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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

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Linien- und leichter Infanterie, nachdem er längst thatsächlich ver-schwunden war, und jede Bedeutung verloren hatte, vor einigenJahren auch der Form nach aufgehoben worden ist. Die 7b Linien-und 25 leichten Regimenter der früheren Zeit sind zu 100 Infanterie-Regimentern ohne weitere Bezeichnung geworden, deren Uniform(blaue Röcke mit gelben Kragen und krapp-rothen Aermel-Ausschlägen)aus den früheren, in sich verschiedenen, zusammengesetzt ist.

Die Leute sind im Allgemeinen klein und unansehnlich, da diefranzösische Armee überhaupt keinen Uebersluß an großen, schönenMännern hat, und die kräftigsten Individuen selbst mehr als billig,nicht nur für die Artillerie sondern auch für die Reiterei in Beschlaggenommen werden. Selbst die Infanterie der Kaisergarde imponirtnicht durch schöne Leute. Ja, wenn man sich die Mannschaft be-trachtet, ist man fast versucht zu lächeln in der Erinnerung an diekaiserlichen Worte „daß das Bayonet immer die furchtbarste Waffeder französischen Infanterie sein werde" — und wenn man danndiese kleinen, zum Theil sehr jugendlichen Gesellen sich in einemHandgemenge, etwa mit der englischen Garde, oder einem ungarischenGrenadier-Bataillon aus der Zeit vor 1848, oder mancher deutschenSchaar denkt. — Doch, so ziemlich jede Armee rühmt sich einer ganzbesonderen Vorliebe für den Kamps mit der blanken Waffe — und,kommt es zur Sache, so sucht ihn Niemand, so lange er vermiedenwerden kann. Die fortschreitende Verbesserung der Feuerwaffe wirdjedenfalls den Bayonetkamps zu einer noch seltneren Erscheinungmachen als er von je her war; immer weniger wird daraus an-kommen, wer eigentlich Recht hat, und die französische Infanterieimmer sicherer in der Intelligenz und Gewandtheit der Leute imTirailleur-Gefecht, einen mehr als genügenden Ersatz finden für das,was ihnen etwa an Muskelkraft fehlt.

Mehr Bedenken könnte erwecken, daß die französische Infanteriejetzt wohl kaum mehr die Ausdauer im Ertragen von Beschwerden,namentlich nicht mehr die Ausdauer aus Märschen hat, die ihrehemals nachgerühmt wurde. Wenigstens haben wir selbst aufFriedensmärschen von einer Garnison zur anderen, mitunter ziemlichviel Marode bemerkt. Noch dazu bei Regimentern, die vor Kur-zem aus Algerien zurückgekehrt waren, die man also für abge-härtet halten mußte. In dieser Beziehung möchte die französische