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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und -er Krieg in Italien. (1859.)

Infanterie wohl kaum etwas vor den meisten anderen Armeen voraushaben.

Die Kleidung und Ausrüstung ist im Allgemeinen gut zu nennen,wenn auch zugegeben werden muß, daß ein Waffenrock mit zwei ReihenKnöpfen, wie der belgische, zweckmäßiger wäre als der mitten auf derBrust knapp mit einer Reihe Knöpfe schließende. Nur die Kopf-bedeckung, der Keppy, ist unbequem und schützt nicht. Dagegen istder Paletot mit Kaputze, der über Kopf und Keppy gezogen werdenkann, ein sehr zweckmäßiges Kleidungsstück.

Die Bewaffnung ist ebenfalls gut, da das Minia-Gewehr, dasin der Krim, so viel Rühmens auch davon gemacht wurde, den Er-wartungen nicht entsprochen hatte, seither manche zweckmäßige Ver-änderungen erfahren hat.

Die taktische Ausbildung der französischen Infanterie aber wärekaum zu loben, wenigstens was die Manoeuvres in Linie anbetrifft,wenn man sie ausschließlich nach dem beurtheilen wollte was aus demExercierplatz geübt wird. Da wird in Frankreich bei Weitem mehrals in Deutschland, unnützes Zeug getrieben, ja man könnte dreistso weit gehen zu behaupten, daß auf dem Exercierplatz, namentlichsobald eine größere Anzahl Bataillone beisammen ist, nur Dingegetrieben werden, die auf dem Schlachtfelde gar keine Anwendungfinden können. Die französische Infanterie hat nämlich im Wesent-lichen noch immer das Exercier-Reglement von 1791, als dessen eigent-lichen Verfasser wir Guibert betrachten müssen, der als militärischerSchriftsteller, als geistreicher Zuschauer bei den Friedens-ManoeuvresFriedrich's des Großen, einen gewissen Ruf hatte, und für dasschwärmte, was man damals preußische Taktik nannte. Selbst bei derHandhabung des Gewehrs, in den sogenannten Handgriffen, sind eineMenge Vielfältigkeiten und Umständlichkeiten beibehalten, von denenin den deutschen Armeen schon seit vielen Jähren nicht mehr die Redeist — und bei den Uebungen einer größeren Anzahl vereinter Ba-taillone wird von der Voraussetzung ausgegangen, daß ein ganzesHeer, wie das zur Zeit des siebenjährigen Krieges geschah, als Eineinziges untrennbares taktisches Ganze, ohne Gliederung in selbstän-dige, in ihren Evolutionen von einander unabhängige Theile, gehand-habt werden müsse. Man beschäftigt sich hauptsächlich damit, einelange Linie von mehreren Bataillonen aus jeden gegebenen Zug bald