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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien, (1859,)

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in diesem bald in jenem Bataillon ployiren, d. h. zu Einer einzigenlangen Colonne zusammen rucken zu lassen, um dann wieder umge-kehrt eine solche lange Colonne auf jeden gegebenen Zug — baldder Spitze, bald dem Schweif, bald der Mitte nahe — vorwärtsund rückwärts deployiren, d. h. sich in Linie entfalten zu lassen —:Alles genau so, wie es in Guibert's snr In tnotigus steht,

und wie es nie ein menschliches Auge auf dem Schlachtselde gesehenhat. Noch dazu geht es bei der Ausführung dieser Künstlichkeitennicht selten etwas langsam und unsicher zu; die Evolutionen werdennicht mit der größten Präcision ausgeführt, st

Aber man hätte Unrecht, danach zu urtheilen, wenn auch nichtgeleugnet werden soll, daß hier Manches anders und sehr viel zweck-mäßiger eingeleitet sein könnte; die eigentliche Schule der französischenInfanterie ist in dem kleinen Krieg in Africa zu suchen, und imFelde sind die Leute gerade nngemein praktisch. Jene größerenUebungen haben wenigstens das Gute, daß sie nicht im EntferntestenAnspruch darauf machen, die Wirklichkeit, den Krieg dramatisch dar-zustellen, wie das z. B. in Rußland der Fall war, bei den, vordem Krim-Kriege keineswegs zweckmäßig geleiteten Feldmanövern;daß sie sich nicht für Recepte ausgeben, die vorkommenden Fallsohne Weiteres angewendet werden könnten. Die Uebungen aufdem Exercierplatz werden nicht betrieben, um hier etwas zu lernen,was gerade so unmittelbar vor dem Feinde wiederholt werden könnte,sondern als eine Vorübung, welche Beweglichkeit und Verständnißder Evolutionen an sich bezweckt, ohne Rücksicht auf die Anwendungim Felde; — ungefähr so, wie ein Tänzer täglich seine Battementsübt, die nicht die Bestimmung haben, dem Publicum vorgemacht zuwerden. Es fällt keinem Menschen ein, auf dem Schlachtfelde irgendetwas Anderes aus dem Reglement in Anwendung zu bringen alsdie Pools äs batnillon, den Theil, der sich auf die Evolutionen einesBataillons in sich, isolirt als taktische Einheit hingestellt, bezieht; allesAndere wird ignorirt als wäre es nie gewesen.

Der Tirailleur-Dienst dagegen wird schon auf dem Epercierplatz— so weit das da möglich ist — in durchaus zweckmäßiger Weisegeübt, wobei sogleich als eigenthümlich auffällt, daß die Franzosenimmer sehr dichte Schützenlinien bilden, bedeutend dichtere nament-lich, als man bei den Feldübnngen österreichischer Truppen bilden sieht.