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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

Zu den 100 aus früheren Zeiten übernommenen Infanterie-Re-gimentern sind dann unter der jetzigen Regierung noch 2 DivisionenKaisergarde gekommen (4 Grenadier-Regimenter mit 1 Jäger-Ba-taillon; 4 Voltigeur- und 1 Zuaven-Regiment). Sie unterscheidensich natürlich durch einen größeren Luxus der Ausrüstung von denender Linie — und nebenher durch einen ziemlichen Uebermuth undeine bedenkliche Verwöhnung, die wohl nach Gelegenheit in ein Prä-torianer-Unwesen ansschlagen könnte.

Die Zuaven sind durch ihre orientalische Tracht als vorzugs-weise für den Dienst in Algerien bestimmt bezeichnet; viel Kriegs-erfahrung, ein ausgezeichneter Ruf, der die Aufforderung enthält,ihn ausrecht zu erhalten, ein kriegsgewohntes Officiercorps und großesSelbstvertrauen machen sie zu einer hervorragenden Truppe. Zu denbesten Bataillonen des Heeres werden dann auch allgemein die2 Regimenter der Fremdenlegion gerechnet, deren vielfache und sehrtüchtige Dienste in Africa man nicht nach dem eonseqnenten Still-schweigen beurtheilen darf, das die officiellen Berichte darüber beob-achten. Denn Alles zn ignoriren, was Fremde unter FrankreichsFahnen für Frankreich thun, allen und jeden Ruhm für FrankreichsSöhne allein in Beschlag zu nehmen, ist jetzt System, wie zu denZeiten des Rheinbunds. „0s sout 4s kumeux solllat«, osux-lü!"sagt dagegen mit den bedeutungsvollsten Mienen und dem gewichtigstenNachdruck jeder französische Soldat, der mit ihnen zusammen gefochtenhat. Aber natürlich ist die Disciplin schwer ausrecht zu erhalten indieser Legion, die aus Abenteurern der verschiedensten Art, zum Theilaus sehr wilden Gesellen besteht. Wie mancher verlorene Sohn stecktin ihren Reihen, wie mancher junge Mann, der einst den höherenStänden angehörte und nun in wüstem Treiben seine Vergangenheitzu vergessen, über seine Zukunft sich zu betäuben sucht!

Schlimmeres noch hat ohne Zweifel Feindes- — oder auchFreundesland von den „Tnrcos" zu erwarten, von den 3 BataillonenNiraillsurs inäixänss, wie sie offiziell heißen — den mehr oderweniger disciplinirten Söhnen Africas. Italien hat sie vor Kurzemkennen gelernt — schwerlich zu gegenseitiger Befriedigung.

Doch alle diese kleinen Anhängsel des Heeres wollen wenig be-deuten: die Jäger zu Fuß dagegen sind für die Regierung einGegenstand sorgfältiger Pflege, und werden sehr wichtig genommen.