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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien, (1859.) 257

keit hat in den meisten Fällen einige Mühe, der kühn rechnendenPhantasie nachzukommen. Die 360 Bataillone Infanterie zu 952Kombattanten für die Linie und 1288 für die Jäger bilden alleinein Ganzes von 351,000 Mann, und da die Schwadron der schwerenReiterei 178, die der Linien-Reiterei 188, die der leichten 198 Kom-battanten zählen sollen, so lassen sich, die Spahis mit einbegriffen,in runder Zahl 64,000 Reiter zusammenrechnen. Werden, des größerenEffects wegen, nun auch noch die sehr zahlreichen Regimentsstäbehinzugezählt, z. B. die 52 Musikanten, die jedes Infanterie-Regimenthat; ferner die ooinpnAnis boi-8 rang-, die auch, 76 Mann stark, zujedem Regiment gehört, aber nicht aus Streitern, sondern ausSchreibern, Waffenschmieden, Schneidern und Schuhmachern besteht,oder vollends die Depots-(Ersatz-) Bataillone und Schwadronen, diees noch nicht gab, die beim Ausbruch des Kriegs erst geschaffenwerden mußten; endlich 57,000 Artilleristen und 8000 Pioniereu. s. w., — so ergiebt sich freilich eine sehr imposante Summe.

In der Wirklichkeit stellt sich die Sache etwas anders. Jede der8 Compagnien eines Bataillons zählt auf dem Friedenssuß (Ossiciere,Unterofsiciere, Alles mitgerechnet) nur 79 Mann anstatt 118; sie sollenfür den Krieg durch schon geübte, aus Urlaub entlassene Reserve-Mann-schaft ergänzt werden; dies Reserve-System ist aber noch zu neu inder französischen Armee, um schon ausreichende Mittel dazu zu ge-währen; und daß die in den früheren Jahren ausgehobenen, abernur als Reserve-Mannschaft bezeichneten, nicht wirklich in die Regi-menter eingereihten und geschulten Leute nicht fertige Soldaten waren,bedarf keiner Erklärung. So konnten denn die Infanterie-Regimenterzunächst nur mit 2 Bataillonen ein jedes in das Feld rücken; diedritten Bataillone mußten daheim bleiben, um sich erst selbst zu er-gänzen, dann die Ergänzung der Truppen im Felde und die Bil-dung vierter Bataillone möglich zu machen. Auch die Reiter-Regi-menter vermochten nur 4 vollständige Schwadronen ein jedes in dasFeld zu stellen.

Die Berechnungen der Tagespresse wollen natürlich nicht vielbedeuten: in wohlunterrichteten Kreisen wußte man, daß bis EndeMai 175,000 Mann französische Truppen nach Italien gesendetworden waren, und daß außerdem, die Truppen in Algerien unddie Besatzung in Rom natürlich nicht gerechnet, noch 148,000 Mann