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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krie^ in Italien. (1859.)

liches Ideal, die Rückkehr zu deu „patriarchalischen Zuständen" derVergangenheit, hat er dagegen nicht zu verwirklichen vermocht, undda somit Alles und Jedes in der Schwebe geblieben ist, hilft mansich in einem endlos provisorischen Zustand ohne sichtbaren Ausgangmit provisorischen Anordnungen und Verfügungen, mit eilig in derVerlegenheit zusammengeflickten Lückenbüßern von Verordnungen, vonEinem Tage zum andern fort, — und wo alles Andere fehlt, trittdie Willkür der Beamten ein; die Dinge gehen wie sie können; baldso, bald anders; bald schlecht, bald gar nicht.

Dem Clerus und der ultramontanen Partei gelang es noch besser.Es fand sich eine Macht, die ihnen zu dem vollständigsten positivenErfolge verhalf. Diese Macht stand ganz außerhalb des Ministeriums,außerhalb der offieiellen, ostensiblen Regierung; sie war dem ähnlich,was man sich znr Zeit der Restauration gewöhnt hatte in Frankreicheine Camarilla zu nennen, und nicht ohne Verwandtschaft mit derviel berufenen „Kongregation". In Oesterreich wurde dieser Kreishin und wieder als „die Grafen-Coterie" bezeichnet, wenn auch inder That nicht ein Graf den Vorsitz darin führte, sondern eine Dame,deren lebendiges Interesse für das Kaiserhaus Lothringen im All-gemeinen, für den Kaiser Franz Joseph insbesondere, nicht zweifel-haft sein konnte.

In diesem Kreise war man ganz einstimmig und entschieden derUeberzeugung, daß die Polizei, und wenn sie noch so vortrefflich or-ganisirt wäre, nicht genüge, die Revolution zu bändigen; dazu bedürfees der neu belebten Macht der Kirche. Man hatte es ja mit derPolizei allein versucht; das Unglück war ja eben dadurch herbeigeführtworden, daß der Kaiser Franz und Metternich sich ausschließlichauf diese verließen, und in Beziehung auf die Kirche bei den soge-nannten Josephinischen Grundsätzen stehen blieben; dadurch war manzu der Revolution von 1848 gekommen. Nur die Kirche, sagte man,vermag die Menschen zu willigem Gehorsam und gläubiger, gedanken-loser Unterwürfigkeit zu erziehen: nur sie vermag die Menschen zudem heranzubilden, was sie sein müssen, wenn die „legitimen Inter-essen" gesichert bleiben sollen. Um das zu können, muß sie selbst erstwieder in mittelalterlicher Macht und Herrlichkeit hergestellt werden.Joseph II. hat der Revolution in Oesterreich die Bahn gebrochen; waser in dieser Beziehung gethan hat, muß ungeschehen gemacht werden.