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Zweiter Band.
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Frankreich. Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

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schen Großmacht von einer thatsächlichen Betheiligung an dem Kampfabzuhalten suchte. Mehr als Ermahnungen und Demonstrationenversprach die russische Regierung nicht; die Lage des eigenen Reichswar zur Zeit nicht von der Art, daß man geneigt sein konnte, sichmnthwilliger Weise in einen europäischen Krieg von ganz unberechen-barer Tragweite zu stürzen.

Diese diplomatischen Vorbereitungen konnten der französischenRegierung genügend scheinen, da nichts weniger als wahrscheinlichwar, daß England je für Oesterreich in die Schranken treten werde.Selbst vorausgesetzt, daß die Staatsmänner des britischen Reichsdie Nothwendigkeit eingesehen hätten, dem Napoleonischen Verlangennach einer gebietenden Stellung in Europa sogleich entgegenzutretenund seine ersten Regungen zu durchkreuzen, auch wenn dabei manchesnicht gerade Lobenswerthe oder Erwünschte mit vertheidigt werdenmußte, war doch ziemlich daraus zu rechnen, daß die öffentlicheMeinung in England sich einem Eingreifen in die Angelegenheitendes Kontinents, zu Gunsten Oesterreichs, mit bedeutendem Gewichtwidersetzen werde. Ein Krieg war unbequem; Oesterreich und seingeistloser, schwerfälliger Absolutismus waren in England nicht ge-liebt, die Sache Italiens begegnete dort sehr lebhaften Sympathien;an Einsicht in das wirkliche Wesen und die Bedeutung der Dinge,die auf dem Kontinent vorgehen, fehlt es in dem Jnselreich mit-unter nur allzusehr. Das Alles konnte man in Frankreich wie inÖsterreich von 1848 her wissen. —

Nachdem Alles so weit vorbereitet war, mußte der sehr natür-liche, aber kaum ganz redliche Wunsch Napoleon's III., nun endlich,nach zehn Jahren, seine Truppen aus Rom zurückziehen zu können,die nächste Veranlassung zu dem Bruch bieten, auf den seine Re-gierung mit Berechnung und Methode zusteuerte. Natürlich konntendie französischen Krieger nicht Rom verlassen, wenn nicht gleichzeitigauch die österreichischen Besatzungen aus den Legationen zurückge-zogen wurden, und Beides konnte nicht geschehen, so lange die Ent-fernung der fremden Streitkräste unfehlbar den Sieg der Revolutionin den päpstlichen Staaten und den Sturz des päpstlichen Stuhlsherbeiführte. Es mußten also vom Papst Reformen verlangtwerden, die das Fortbestehen seiner Macht ohne die Stütze ge-liehener Gewalt, und auf diesem Umwege die Erfüllung des kaiser-