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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg i» Italien. (1859.)

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und zumal an Oesterreichs verwundbarster Seite, an seiner italienischenGrenze — ein entgegengesetztes herrschte; wenn Regierungen, die als-dann wahrscheinlicher Weise eine Oesterreich feindliche Gesinnung hegten,über die Streitkräfte und Reichthümer dieser benachbarten Lande ver-fügten. Welche unerträgliche Last steter Kriegsbereitschaft wäre, vonallem klebrigen abgesehen, dem Reich dadurch aufgebürdet worden;welche nie ruhende, gespannte Wachsamkeit nach Innen wie nachAußen! Und ob selbst die äußersten Anstrengungen genügen würden?das blieb dennoch eine Frage, die Niemand mit Zuversicht bejahendbeantworten konnte. Da nun aber die österreichische Regierungkeineswegs nur die Wohlfahrt des Reichs an sich, in solcher Weisezum Ziel ihres Strebens machte, daß sie etwa die Formen, in welchenes erreicht werden soll, als etwas Untergeordnetes von der Zweck-mäßigkeit derselben abhängig machte; da sie vielmehr umgekehrtselbst die Wohlfahrt des Reichs nur in Einer bestimmten Form,innerhalb ihres Systems, und überhaupt nur insofern wollte, alssie sich mit diesem System vertrug; da die entscheidenden Stimmen— die Grafencoterie und ihr Haupt, der ultramontane Klerus undwas sich diesen Mächten anschließt — die Erhaltung dieses Systems,der „legitimen Interessen," der Weltordnung, der kirchlichen undgesellschaftlichen Zustände, die es umfaßt, hoch erhaben über alleanderen Rücksichten stellten , und zu dem machten, wofür vor Allemgekämpft werden sollte: — da war selbstverständlich nicht zu erwarten,daß der Wiener Hos irgend welche Zugeständnisse machen werde.Er mußte vielmehr suchen, seinen Ordnungen noch weiter über seineGrenzen hinaus Geltung zu verschaffen.

Daß die österreichische Regierung entschlossen war, mit allenMitteln, die ihr zu Gebote standen, für diese Verträge zu kämpfen,ist demnach natürlich genug; die Zumuthung dagegen, daß auch dieVölker anderer Länder Gut und Blut für diese Sache opfern sollten,hatte gewiß ihre sehr bedenkliche Seite; — und doch gingen dieForderungen des Kaiserhoss sogar noch bedeutend weiter, wie wirdemnächst sehen werden.

Preußen mußte vor Allem daran gelegen sein, den Ausbruchdes Krieges wo möglich zu verhindern; denn daß es ihm auf dieLänge nicht werde fremd bleiben können, wenn er einmal ausge-brochen war, das ließ sich vorherschen. Durfte man doch gewiß

v. Bernhardt, verm. Schriften. II. 10