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Zweiter Band.
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290 Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859).

Frankreich unter feinern gegenwärtigen Beherrscher am wenigstenein entschiedenes Uebergewicht gewinnen lassen. Und doch war derPreis, der erkämpft werden sollte, wenn Oesterreichs Politik unver-ändert blieb, ein solcher, daß der Sieg des Verbündeten für Deutsch-land und Preußen kaum weniger bedenklich und gefährlich blieb alsder des Feindes.

Der natürlichste Gedanke war für die preußische Regierung insolcher Lage, im Verein mit England eine imposante Macht zu bilden,die für die Erhaltung des Friedens eintrat, sich zwischen die strei-tenden Parteien stellte und den Frieden vor dem Kriege auf billigeBedingungen vermittelte, auf Bedingungen, die einige Aussicht aufDauer gewährten, um so Europa und vor Allem Deutschland Ge-fahren zu entziehen, die ihm keineswegs bloß von Einer Seite drohten.

Aber wie die Sachen zur Zeit wirklich standen, war auch davonkaum eiu wirklicher Erfolg zu hoffen. Was für Ansichten in Englanddie herrschenden waren, welche Wendung die öffentliche Meinung dortgenommen hatte, haben wir bereits erwähnt; es war wenig Aussicht,solchen Staatsmännern wie Lord Derby und d'Jsraeli begreiflichzu machen, um was es sich auf dem europäischen Festlande eigentlichhandelt. Die Herren waren in einen Kamps um ihre Stellen ver-wickelt, und da war ihre Aufmerksamkeit ganz überwiegend von in-ländischen Verhältnissen in Anspruch genommen, besonders von denWahlumtrieben. Man stritt hin und her über eine Parlaments-reform, von der jeder Unterrichtete sehr gut wußte, daß sie durchauskeine wirkliche, praktische Bedeutung habe, da Jeder ohne Ausnahmezugab, daß ein resormirtes Parlament ganz in demselben Geist auf-treten und handeln werde, wie das gegenwärtige. Auch war denLeitern der streitenden Parteien an der Sache selbst nicht das Aller-mindeste gelegen; sie war ein bloßer Vorwand in dem Kampf umdie Regierungsgewalt. In solche kleinliche Intriguen verloren, hatteman für die großen Angelegenheiten des Welttheils weder Zeit, nochAufmerksamkeit, noch Energie in hinreichendem Maaße übrig. Eng-land trat zwar, im Verein mit Preußen, als vermittelnde Macht auf,aber es erklärte zugleich, unter allen Bedingungen neutral bleiben zuwollen, — und damit verlor die Vermittelung ihre Macht.

Vielleicht mußte auch noch eine andere Schwierigkeit von An-sang an fast unbesiegbar scheinen. Wenn man erwog, daß man es