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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.) Z17

des Kaisers und im österreichischen Hauptquartier einen Zustand an-zunehmen, der wo möglich noch weniger Aussicht auf Erfolg gewährte.Wir sehen da einen zwiespältigen Rath ohne Haupt die Dinge hinund her zerren, ohne daß wir, wenigstens durch Alles, was bis jetztbekannt geworden ist, berechtigt wären, bei irgend einer der Coterien,die einander hemmend in den Weg traten, eine entschiedene, die Sach-lage beherrschende Klarheit und Energie vorauszusetzen.

Die drei zuletzt versäumten Tage konnten natürlich auch keinenGewinn bringen; sie waren ein Zeitverlust mehr, der die Lösung derAufgabe, welche sich die österreichische Armee stellen mußte, von Neuemerschwerte. In der Wirklichkeit aber sind sie nicht von der Bedeutunggewesen, wie beschönigende österreichische Darstellungen vorgeben, umEnglands Intervention wenigstens zum Theil als eine Ursache desMißgeschicks darzustellen. Nach der Art und Weise, wie der Kriegvon österreichischer Seite geführt worden ist, bleibt vielmehr kaum einZweifel, daß es keinen irgend wesentlichen Unterschied gemacht Hütte,wenn diese drei Tage nicht versäumt wurden. Schon die Eröffnungdes Feldzugs erfolgte nämlich in solcher Gestalt, daß sie die ganzemilitärische Welt in Erstaunen setzte. In den Tuilerien und mehrnoch am Königshof zu Turin war schon darüber große Freude, daßOesterreich überhaupt zum Angriff überging; dahin hatte man es zudrängen gesucht, denn man bedurfte eines solchen Angriffs, da manvor der Welt nur ein Vertheidigungsbündniß auszuweisen hatte undrechtfertigen konnte: diese freudige Stimmung mußte aber noch ge-steigert werden als man sah, in welcher, gewiß unerwarteten Weisedas österreichische Heer seine Operationen begann.

Mochte man in Wien auch noch so bestimmt darauf rechnen, demKrieg eine Ausdehnung zu geben, die Alles, was in Italien geschah,zur Nebensache machte, und den Franzosen nicht gestattete, dem Königvon Sardinien bleibend mehr als eine mäßige Unterstützung zu ge-währen; mochte der Angriff auf Sardinien auch noch so entschiedenvorzugsweise unternommen sein, um nur überhaupt den Krieg erstin Gang zu bringen: der militärische Erfolg, der auf diesem Kriegs-schauplatze erstrebt werden mußte, blieb doch immer derselbe. Erkonnte kein anderer sein, als die sardinische Heeresmacht zu Bodenzu werfen und zu vernichten, ehe sich die französischen Hülsstruppenmit ihnen zu vereinigen vermochten, und sich dann mit der Ueber-