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Frankreich, Oesterreich n»d der Krieg in Italien. (18i>9.)
legenheit, die man wahrscheinlich durch die Beseitigung der piemon-tesischeu Streitkräste gewonnen hatte, gegen die herbeieilenden fran-zösischen Schaaren zu wenden, sie über die Alpen und über dasMeer zurückzutreiben, um sich im Besitz von Piemont zu behaupten.
Jede vernünftige Berechnung mußte auf solche Pläne führen: — inWien aber trieben außerdem auch noch Haß und Leidenschaft dienächste Thätigkeit in diese Bahnen. Der Ingrimm, mit dem manaus den kleinen und doch so gefährlichen Nachbar sah, steigerte das l
Verlangen nach Rache sogar bis zu solchem Grade, daß Vorschläge, I
die nicht dessen unmittelbare Befriedigung zu verheißen schienen, garnicht mehr angehört wurden. ^
In welcher Voraussetzung mußte nun da der österreichische Feld- i>
Herr handeln, in welcher Lage mußte er sich den Feind denken, den !
er angreifen sollte? — Es war, wie uns scheint, nicht schwer, sich !
davon Rechenschaft zu geben. ,
Genua, eine bedeutende Festung, schwer zu bewältigen und großgenug, um im schlimmsten Fall die sardinische Armee aufzunehmen,sicherte ihr, selbst wenn sie hier eingeschlossen war, noch eine Ver-bindung mit Frankreich, mit dem mächtigen Verbündeten, die Oester-reich, der gewaltigen französischen Flotte gegenüber, ganz außer Standewar, irgend zu gefährden. Die Befestigung von Alessandria undCasale war seit Jahren mit großem Eifer und nicht ohne Geräusch,als eine Sache des italienischen Patriotismus betrieben worden; !Sardinien hatte sich demnach am Po und Tanaro ein starkes Ver-theidignngssystem geschaffen; dorthin konnte die Eisenbahn von Genuaher ihm Frankreichs Hülfe zuführen, selbst wenn die Straße überden Mont-Cenis gesperrt war: sei es, daß die Jahreszeit das Gebirgeunwegsam machte, oder daß Turin und die Alpenpässe in die Händeder Oesterreicher gefallen waren.
Damit hatte die sardinische Regierung für den Fall, wie erjetzt vorlag, d.^h. für jeden Krieg mit Oesterreich, den Schwerpunktder Vertheidigung, wie das in der That durch alle maaßgebenden ^Verhältnisse geboten war, aus der Hauptstadt des Reichs in jeneRegion verlegt. Schützte doch eine Aufstellung der sardinischen Armeebei Alessandria und Casale, wenn vorauszusehen war, daß fremde jHülfe das Mißverhältniß der Streitkräste bald ausgleichen werde, s
mittelbar, als Flankenstellung, selbst Turin gegen einen Angriff, der '