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Zweiter Band.
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Die Refvnn der Heeresverfassmi). (Jan. 1861.)

Richtung. General Boyen war bekanntlich entschieden für dreijährigeDienstzeit, und vertheidigte außerdem den Satz: je kürzer im Allge-meinen die Dienstzeit, desto stärker müsse der stehende Rahmen jedesBataillons an Offizieren, Unter-Offizieren und Kapitulanten, d. h.Berufs-Soldaten, sein.

In Beziehung auf die Landwehr insbesondere findet sich einigesBezeichnende in Boyen's bekannter Schrift: „Darstellung der Grund-sätze der alten und gegenwärtigen Kriegsversassung." Da sagt derFeldmarschall, der als einer der Schöpfer des Landwehr- Systemsangerufen wird:

„Eine Ansicht ist gegen die stehenden Heere gerichtet. Sie hältdie Vertheidigung des Staats durch Landwehren allein ausreichendgesichert. Wie unhaltbar diese Behauptung sei, da selbst die besteLandwehr, unter den günstigsten Verhältnissen gedacht, einem zerstreutkantonirenden Heere ähnlich, nie zur rechten Zeit auf den bedrohtenGrenzen würde vereinigt werden können, ergiebt sich bei dem erstenBlicke auf die bestehenden Einrichtungen anderer Staaten und durchunsere eigene Erfahrung. Hätte das stehende Heer die Schlachtenvon Groß-Görschen und Bautzen nicht geschlagen, wie würde es derLandwehr möglich geworden sein sich zu bilden? Aber auch die glück-lichen Resultate der letzten Feldzüge können nur bedingungsweiseals Muster für die kommenden ausgestellt werden. Fast ganz Europazu einem Zwecke verbündet, stellte solche bedeutende Streitkräfte in demKampfe, die, wenn auch nicht alle vorhergegangenen Ereig-nissejenen herrlichen Willen erzeugt hätten, schon ihrer bloßenZahl nach überwiegend waren. Der Feind hatte den größtenTheil seiner alten, erfahrenen Soldaten verloren. Unse-ren neu ausgehobenen Wehrmännern wurden nur jungeConscribirte entgegengestellt. Nicht alle künftigen Feld-züge werden gleich günstige Verhältnisse gewähren. Höchstverderblich würde es daher sein, bei der jetzigen Art Krieg zu führen,die Ausbildung unserer Soldaten auf die unterbrochene Uebung we-niger Wochen beschränken zu wollen."

Wir sehen, ein erfahrener und besonnener Krieger äußert sich indiesen Worten, wie ihm das durch seine Stellung geboten war, inschonender Weise über ein Institut, das zur Zeit bestand und fortbe-stehen sollte und mußte. Aber er spricht doch eben mit Schonung