52
dessen. Jeronimo erschießt sich vor Wallys Fenster. Wallyflieht mit Caesar.
Das Liebeleben beider in Deutschland bleibt nicht unge-stört. Denn in ihren Umgangskreis tritt eine Jüdin Delphine;Caesar verliebt sich in diese und will sie heirathen. Damitvollzieht sich der äußere Bruch des Liebespaares, dem derinnere bald solgt. Caesar war ein Freigeist, Wally religiöserzogen, an das Religiöse gewöhnt, wenn ihr vielleicht auchdie wahre Gläubigkeit sehlte. Nun lernt sie die von Caesarhinterlassenen religiösen Aufzeichnungen kennen und wird inFolge dieser Lectüre zur Zweiflerin. Da sie aber dies Daseinohne Religion nicht zu ertragen vermag, macht sie ihremLeben durch einen Dolchstich ein Ende.
Diese religiösen Auseinandersetzungen sind sehr lang undnicht immer recht klar. Kirchengeschichtliche wechseln mitdogmatischen und philosophisch-historischen Darlegungen. AlsLeitmotiv für die letzteren gilt der Satz: „Die große impo-uirende Gewalt des Christenthums liegt in seiner welthistori-schen Ausdehnung." Doch ist die philosophisch-historischeAusführung eine christenseindliche. Kirche und Hierarchiewerden als Entwickelungsphasen nicht eben günstiger Art fürdas Christenthum betrachtet. Der Protestantismus wird alseine Verbesserung angesehen; als die zwei Uebel, an denen erkranke, die Kirche, d. h. wohl: der Zwang, die äußere Ge-meinsamkeit, und das Evangelium, d. h. die bestimmte Formel,auf der das Ganze ruhe, aufgezählt. Die wesentliche Umge-staltung in den Ideen durch die Philosophie des 18. Jahr-hunderts wird ausführlich dargestellt. Die Aufgabe der neuenZeit wird darein gesetzt, politisch zu sein, d. h. den Glaubender Idee der neuen Zeit anzupassen.
Derartige ausführliche und allgemeine Darlegungen kann