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seinen Willen mit der Hälfte seines Gehalts zur Dispositiongestellt, in Folge von Streitigkeiten mit dem OberbibliothekarPertz, worüber zahlreiche Denunciationen und Beschwerdendes auch in amtlichen Dingen unendlich schreibseligen Autorsvorliegen, die aber hier nicht im Einzelnen zu verfolgen sind.
Auch Laube unterwarf sich. Er unterwarf sich um so liebes alser gerade damals eine, wenigstens politische Schwenkung machte.Am 23.Jan. 1841 hatte er an Varnhagen Folgendes geschrieben:„Ich halte in speculativ-politischen, d. h. preußisch-politischenAufsätzen —, die ich der hiesigen Allg. Zeitung von Zeit zuZeit schreibe,— Patriotische Phantasieen, Politik von 1841 rc. —das energischste Preußenthum, was meine innerste Natur, demAuslande ungestört vor, ungestört von dem, was neuere Miß-stimmungen daran stören könnten. Außer Ihnen in diesemAugenblicke habe ich es noch keinem Menschen gesagt und —komisch genug! — ich bin mit dem Fechten für meinVaterland seit einem Jahre viel verschwiegener,als ich es früher mit meiner Oppositon gegen das-selbe war."
Für diese ganze Zeit (1837—1842) ist der BriefwechselLaube's mit dem Fürsten Pückler - Muskau keine ergibigeQuelle. Für Laube's Dramen und des fürstlichen Korrespon-denten Theilnahme an diesen enthält er manches Merkwürdige;über Laube's Stellung zur preußischen Censur nichts. In-teressant ist, daß die „Anzeige", wohl nur die buchhändlerischeeines Pückler'schen Werks von der sächsischen Censur verbotenwurde (Briefw. S. 71) und folgende Aeußerung (Febr. 1841)„der König, den ich wegen seines durchgebildeten, wissen-schaftlichen Sinnes sehr liebe, muß auf energisch unbefangeneProduction denken, damit die allerdings eingetretene Ent-täuschung von ihm enttäuscht und Preußen thätig werde."