II.
König und Königin.
Der Monat Juni des Jahres 1843 war schon vor-gerückt als ich Rom verließ. Ueber Florenz und Bolognaging es zunächst nach Rovigo, von wo ich die EuganeischenHügel und Petrarca's Haus und Grabstätte in Arquä be-suchte, und von Padua bis an die Lagunen zum ersten Malin Italien auf der Eisenbahn führ. In Venedig, wo ichBekannte und Freunde wiedersah und neue Verbindungen,unter andern mit dem trefflichen Emmanuele Cicogua, dieserlebendigen Bibliothek heimatlicher Erudition, und dem gleichihm unermüdeten Forscher venetianischer Geschichte und Alter-tümer Rawdon Brown anknüpfte, verbrachte ich angenehmeTage. Mailand hatte ich seit meinem Eintritt in Italiennicht wiedergesehen und fand somit manches Neue und Er-freuliche, wozu ich einen Besuch in der Certosa von Paviarechne. Ueber den Gotthard ging ich nach Basel und vondort nach Straßburg, welches mir auch unter französischerHerrschaft und mit französischem Militär gefüllt wie einedeutsche Stadt erschien. In Frankfurt vernahm ich, daßder Minister des Auswärtigen Baron Bülow in Schlangen-bad verweile, wohin ich fuhr um mich ihm vorzustellen und