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Aus König Friedrich Wilhelms IV. gesunden und kranken Tagen / von Alfred von Reumont
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II. König und Königin.

Oberhofmeisterin der Königin war Charlotte ElisabethGräfin von Reede Ginkel geb. von Krusemark, die ihrem Amtein würdevollster Weise vorstand. Sie hatte in eine Fa-milie von niederländischer Herkunft hineingeheiratet, wasebenso bei ihrer Tochter der Fall war. der Gemalindes niederländischen Gesandten Grafen Perponcher, einerFrau, welche Würde mit Anmuth im Umgang in hohemMaße verband, deren Söhne in den preußischen Dienst ein-traten. der älteste einst Gesandter in Neapel, im Haag, inBrüssel, gegenwärtig Oberschloßhauptmann, der zweiteHofmarschall des Kaisers. Aus der Zeit der Königin Luisewar noch dieerste Hof- und Staatsdame" da. die Gräfinvon Viereck, welche ich bei ihrem Neffen Grafen Egloffsteinkennen lernte; eine alte Dame. deren steifleinene Haltungihrem Namen Ehre machte und der man es nicht ansah, daßsie in ihrer Jugend sehr heiter gewesen sein soll. Auch derOberhofmeister der Königin Herr von Schilden gehörte dieserZeit an. deren Ceremonie!! er vollkommen, auch im geselligenUmgänge repräsentirte. Die nächsten Jahre sahen sie allevon der Hofbühne und aus dem Leben verschwinden. DieGräfin Reede starb zu Anfang 1847, Herr von Schilden1851, die letzte, im Jahre 1854, Gräfin Viereck. Das Amt desOberhofmeisters wurde alsbald durch den Grafen EugenDönhoff wieder besetzt, das der Oberhofmeisterin erst einigeJahre nachher durch die Gräfin von Brandenburg, Witwedes Generals, welcher den Sturm von 1848 bestand. Aberauch diese gingen der Königin im Tode voraus.