VI. Die schönen Künste.
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hatte. Auf sein Interesse an Gottfried Löwe dem Kom-ponisten der „Zerstörung Jerusalems" wurde schon hinge-deutet. Groß war seine Freude an dem einfachen Volks-gesang und die Vortrüge volkstümlicher Melodien, wie sienamentlich durch die rheinischen Männerchöre unübertroffenausgeführt werden, konnten ihn tief ergreifen. Die musi-kalischen Abende im Schlosse gewährten stets reichen Genuß,denen bei den Prinzen, Diplomaten und in anderen Häusernwohnte der König gerne bei. Auf das Theater weise ich mitwenigen Worten hin. Schon unter König Friedrich Wil-helm III. war Graf Wilhelm Redern Generalintendant ge-worden, worauf im Jahre 1842 C. Th. von Küstner, inLeipzig und München als technisch-literarischer Leiter erprobt,die Direktion antrat, die nun in ein anderes Verhältniß zumHofe kam und welche er, persönlich eben nicht beliebt aberin seiner Verwaltung nicht ohne gute Eigenschaften, bis zumJahre 1851 in der Hand behielt, zu welcher Zeit Herr vonHülsen, der sich durch seine Thätigkeit bei Gesellschaftsbühnenbemerklich gemacht hatte, die Leitung des Theaterwesens über-nahm, worin er nach den verschiedensten Richtungen hin mitallgemein anerkannter Tüchtigkeit und großem Geschick heutenoch zu wirken fortfahrt. Des Königs Vorliebe gehörte demclassischen deutschen und englischen Schauspiel und dem feinenfranzösischen Lustspiel, welches wie gelegentlich das italienischeDrama nicht selten durch fremde Gäste geboten wurde. InFriedrich Wilhelms IV. späteren Jahren ließ schon der Land-aufenthalt den Theaterbesuch zu einer verhältnißmäßigenSeltenheit werden.
Die Leitung der Hofmusik blieb in den Händen desGrafen Redern, welcher selbst Komponist und mit der mu-