Buch 
Aus König Friedrich Wilhelms IV. gesunden und kranken Tagen / von Alfred von Reumont
Entstehung
Seite
248
JPEG-Download
 

248

VII. Berliner Gesellschaft 1843-1846.

bestehen hatte, und dreiundvierzig Jahre später zum viertenMale in erweiterter Gestalt aus Licht getreten, legt auchvon Nothombs schriftstellerischen Gaben vollgültiges Zeugnißab, wie er denn zu denen gehört, welche der historischenLiteratur ihres Heimatlandes, die immer mit einer Zwitter-stellung zu kämpfen gehabt hat, eine jetzt allgemein an-erkannte Bedeutung gewonnen haben. Der türkische Legations-secretär Davoud Oglou veröffentlichte später eine umfassendeArbeit über die altdeutschen Stammrechte, welche seine Auf-nahme in die Akademie der Wissenschaften zur Folge hatte.

Die einheimischen höheren Gesellschaftskreise standen nichtzurück. Fürst Hermann Pückler verweilte nach seinen ägyp-tischen Wanderungen wiederholt längere Zeit in Berlin, einGast seiner geschiedenen Gemalin, wegen seines lebendigenund originellen Geistes und seiner durch seltene Beobachtungs-gabe in den verschiedensten Ländern und Kreisen bereichertenund gewürzten Conversation, abgesehen von seinem eminentenschöpferischen Talent in der Gartenkunst, auch von solchengerne gesehen, denen seine sittlichen Lebensanschauungen nichtzusagten. Seine schriftstellerische Laufbahn hatte ihren Höhe-punkt überschritten.Aus Mehemet Ali's Reich" hattemäßigen, dieRückkehr", die er damals in Berlin druckenließ, gar keinen Beifall gefunden. Pücklers Freund Varn-hagen von Ense ist soviel mir bekannt zu dem König nichtin nähere Beziehungen getreten und blieb zu jener Zeit derHof- und diplomatischen Gesellschaft ferne. Durch seine fürPreußen geradezu eompromittirende Haltung während seinerMission in Carlsruhe 1819 hatte er sich in der Diplomatiewenigstens zeitweilig unmöglich gemacht, obgleich man ein-mal daran gedacht hat, ihn nach den Vereinigten Staaten