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VII. Berliner Gesellschaft 1843—1846.
indem es durch falsche Farben zu blenden und durch Un-geheuerlichkeiten ohne innere Wahrheit zu überraschen suchte,wobei dann wieder gelegentlich die echtesten zum Herzendringenden Accente die leidige Manier durchbrachen. SeineUebertreibungen sind in ihrer Art ebenso falsch und ge-schmacklos wie die Marini's, Gongora's und Lohensteins, dieauch Leute von Talent waren. Sein Verhalten gegenüberdem Könige der ihm wohlwollte, habe ich tief beklagt.Wenn seine politischen Anschauungen andere wurden undihm nicht mehr gestatteten eine Gabe anzunehmen, die ihmohne Bedingung noch Verpflichtung geboten worden war,niemand durfte ihm verargen, wenn er sie nicht mehr an-nahm. Aber sein Uebertritt in das demokratische Lagerlieferte eine zu grelle Dissonanz mit seiner Vergangenheit,und drei Jahre später schändete er seine Muse und sich selberdurch die gemeinsten Schmähungen gegen die Person ebendieses Königs, Schmähungen, dadurch noch verächtlicher, daßsie nicht in oer Hitze des Kampfes, sondern nach „vierMonden" hingesudelt wurden, nach dem Zeughaussturm, nachder Straßenschlacht der pariser Anarchisten, die „Werth deslorbeerreichsten Grabes"! Schlimmer als schlechte Verse, eineschlechte Handlung. Wenn es amoncko üonoradw giebt sürsolche Versündigung gegen Anstand, Vaterlandsgefühl, ja ge-sunden Menschenverstand, so hat der Poet sie in den Tagendes glorreichen Kampfes geliefert, in welchem Deutschlandunter dem „Prinzen" siegte, dessen „Wiederkehr" seine „Todten"den Lebenden auch als Verbrechen angerechnet hatten, einKampf, in welchem er wieder Accente fand, die seiner bessernTage und seiner noch reinen Muse würdig waren.
Ich kann diese Skizze der geselligen Verhältnisse in diesen