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Aus König Friedrich Wilhelms IV. gesunden und kranken Tagen / von Alfred von Reumont
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VII. Berliner Gesellschaft 18431646.

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und Königin beehrten häufig sowol die Häuser der Ministerund Hofchargen wie diplomatische mit ihrem Besuch, ja derKönig wohnte einem Kinderball bei Graf Westmorland sowieder Aufführung einer Cantate Proserpina bei, in welcherJenny Lind sang. Ich hatte damals ein Bündchen druckenlassen, welches unter dem TitelDichtergräber" die Schil-derungen von Ravenna, Arquä und Certaldo, den Grab-stätten Dante's, Petrarca's und Boccaccio's enthielt. Dieselas ich Abends im Schlosse vor und hatte die Freude, daßder König mir damals und noch wiederholt später das Inter-esse ausdrückte, welches er an diesen Darstellungen nahm. Kurzvorher hatte er mir den Rothen Adlerorden verliehen. Anmanchen Abenden im Schlosse las Humboldt vor, so aus denBriefen Ludwigs XVIII. an Emmanuel de St. Priest, wie ausLamartine's Geschichte der Girondins, z. B. die Erzählungvon der Flucht nach Varennes, die sich bei ihm dramatischgenug gestaltet, aber durch spätere Mittheilungen noch mancheModifikation erhalten hat. Im Mai gingen die Majestätenauf einige Tage nach Dresden. Mitte Juni war ich zuletztin Sanssouci, wo Prinz und Prinzessin Friedrich der Nieder-lande als Gäste weilten. Die Grafen Ernst von Oriola undGeorg von der Groben Begleiter des Prinzen Waldemarauf seiner ostindischen Reise waren eben aus Ostindien zurück-gekehrt, und so fehlte es nicht an Konversation, woran Hum-boldt lebendigen Antheil nahm. Nach der Tafel spaziertedie ganze Gesellschaft auf der wundervollen Terrasse undim Park.

Am folgenden Morgen verließ ich Berlin, um mich zu-nächst nach dem Rhein und nach Belgien, sodann nach Lon-don zu begeben. Unser dortiger Legationsrath von Thile