Buch 
Aus König Friedrich Wilhelms IV. gesunden und kranken Tagen / von Alfred von Reumont
Entstehung
Seite
454
JPEG-Download
 

454

XII. Marienbad 1856 und 1857.

die Großherzogin Mutter von Mecklenburg-Schwerin, Prinzund Prinzessin Friedrich der Niederlande waren zugegen,überdies Fürst Windischgrätz, Fürst Solms, der russische Ge-sandte von Budberg, der niederländische von Schirnmelpennink,und von unseren Diplomaten Graf Hatzfeldt, Herr von Brock-hausen und manche andere Gäste. Nach Tische theilte mirHerr von Humboldt mit, daß ich den König nach Marien-bad begleiten sollte. Die erste Anregung dazu war von Hum-boldt selber gekommen, der König hatte bemerkt, ich habeUrlaub und es werde vielleicht mit meinen Plänen nichtstimmen, worauf jedoch jener erwidert hatte, ohne darübermit mir gesprochen zu haben, glaube er annehmen zukönnen, daß ich mich glücklich schätzen würde, mich dem GefolgeSr. Majestät anzuschließen. Es sollte jedoch noch lange wäh-ren, bis es dazu kam. Die Mission des Fürsten Windisch-grätz, welcher begreiflicherweise mit der größten Zuvor-kommenheit aufgenommen wurde, und dessen Persönlichkeitseinem Rufe wie seiner Stellung vollkommen entsprach, ver-anlaßte nicht nur manche Besprechungen, sondern gab auchzu Festen Anlaß. Prinz Carl gab ein großes Dinerund der Ministerpräsident von Manteusfel vereinigtebei gleicher Gelegenheit mit dem Gefolge des Fürstennicht nur, was von Mitgliedern der preußischen Diplomatiein Berlin war, sondern auch den Feldmarschall GrasenDohna, die Generale von Gerlach und von Stockhausen nebstanderen hohen Offizieren, den Staatsminister Uhden undProfessor Stahl. Am 14. Juni reiste die Kaiserin nachWeimar ab, und nun kehrte wieder für kurze Zeit größereRuhe im Schlosse ein. Am 29. Juni war Prinz Carls Ge-burtsfest, an welchem der Thee in Charlottenhof, das Souper,