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bewegt mich seine in frivolen Ruhmreden sich ergiessendeAlbernheit.
Obwohl mein Beschluss ist, mich ruhig zu verhalten, sotadele ich doch nicht das Vorhaben meines vortrefflichen undlauteren Bruders Beza, der mich nicht wenig mit seiner ab-gerundeten und von aller Verstellung reinen Antwort erbauthat. Hätte er nur schneller angefangen; nun hat die grosseEile es nicht erlaubt, dass er den ganzen Handel nach seinemWunsche bearbeitete. Es genügt indessen, dass die Wahr-heit in dieser aufrichtigen und geistvollen Verteidigung soerglänzt, dass sie als Siegerin über alle Nebel des Balduinhervortritt. “
Die Erfahrung mit Balduin war eine der schmerzlichstenin dem Leben Calvins: es war der heimtückische Verrat einesMannes, dem er völlig vertraut hatte und der nun auch ver-trauensvoll überlassene Briefe gegen ihn benutzte. Die Re-formatoren haben alles durchkosten müssen: auch die Dolch-stiche, die man aus geschenktem Vertrauen für sie bereitete.
Kapitel VII.
Die Person des Reformators und das Leben inder Stadt.
Was der Kollege von Calvin, Nikolas Colladon, in seinerLebensbeschreibung Calvins über den Reformator am Schlüssederselben sagt, wird für immer das Beste und Tiefempfundenstebleiben, was man bemerken kann. „Das ist nun der Abrissseines Lebens und seines Todes, den einige vielleicht langfinden werden, aber ich kann in Wahrheit sagen: er ist kurzim Vergleich mit dem Stoffe und den Tugenden, die dieser