III.
Shakespeare’s „Hamlet“
eine dramatische Parabel im Sinne von Bacon’s Anthropologie.
i. „Eine Sache von ausserordentlicher Wichtigkeit.“
ILTET uns die erste naturgeschichtliche Einzelschrift Bacon s soviele und deutliche Beziehungen zum ersten Drama dor Folio-ausgabe, so liegt es nahe, dass wir uns jetzt vor allem nachder zweiten naturgeschichtlichen Abhandlung umsehen und untersuchen,ob sich von ihr gleichfalls Fäden zu einem bestimmten Shakespeare-Stücke hinüberspinnen.
„Die Geschichte der Winde“ erschien 1622. Ihr angehängt warenfünf gleichfalls in lateinischer Sprache geschriebene Vorreden zu fünfEinzelabtheilungen der Naturgeschichte, die im Laufe der fünf nächstenMonate erscheinen sollten. Die Vorreden zur „Geschichte des Dichtenund Dünnen“ (Historia Densi et Rari), zur „Geschichte des Schwerenund Leichten“ (Historia Gravis et Levis), zur „Geschichte der Sympathieund Antipathie“ (Historia Sympathiae et Antipathiae), zur „Geschichtedes Schwefels, Quecksilbers und Salzes“ (Historia Sulphuris, Mercuriiet Salis) und zur „Geschichte des Lebens und Todes“ (Historia Vitae etMortis). Aber der Vorsatz blieb Vorsatz. Die nächsten Monate brachtennichts. Und als im nächsten Jahre, 1623, eine zweite Abhandlung er-schien, war es nicht „Uie Geschichte des Dichten und Dünnen“, wieursprünglich beabsichtigt war, sondern die im Plane an sechster Stellegenannte „Geschichte des Lebens und Todes“. Wie Bacon auf derersten Textseite sagt, habe er „wegen der ausserordentlichen Wichtig-keit der Sache“ beschlossen, diese Abhandlung an zweiter Stelle heraus-zugeben (secundam edere, propter eximiam rei utilitatem).