Grafen. Herzoge. Hausmeier. Finanzen und Kriegswesen.
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Münzen von Theudebert I.
Ebenso verwirrt waren auch die Finanz zu stände des fränkischen Reiches. Beinaheunumschränkt verfügten König und Beamte über das öffentliche Gut. Die regelmäßigen Ein-nahmen des Königs flössen aus seinen weiten Domänen; überdies verlangte er nach GutdünkenSteuern und verfügte eigenmächtig über dieselben, ein Vorgehen, welches die altgermanischen Königenoch nicht gekannt hatten und welches römischen Ursprungs war. Die Grundbesitzer, Römerund Germanen, mußten eine Grundsteuer, die Grundbcsitzlosen eine Kriegsstcner entrichten, dieviel böses Blut beim Volke machte. Die Germanen betrachteten beide mit großem Wider-willen als Angriffe auf ihre Freiheit. Zur Zeit Chilperichs und Fredegundens wurden dieseSteuern so drückend, daß viele Grundeigentümer auswanderten und Aufstande ansbrachen, beiwelchen die Steuerbücher verbrannt wurden. Die Ungerechtig-keit der Besteuerung war so groß, daß selbst jenes verbrecherischeKönigspaar dies einsah und bei Anlaß des Todes eines Kindesdie „ungerechten Steuerlisten" selbst vernichtete, um Gott zubesänftigen.
Ein Boden-, Berg-, Salz-, Jagdregal u. s. w. gab esnicht; die Jagd- und Bergbaufreiheit war für die Grund-besitzer unbeschränkt. Hiergegen entzog der König den Strand-bewohnern das räuberische Strandrecht zu seinem eigenenVorteile. Statt der Ein- und Ausgangszölle gab es nurWege-, Markt- und Hafengelder an beliebigen Orten.
Ein Regal war dagegen das Münzwesen. DasPfund Gold zerfiel in 72, seit etwa 570 aber in 84 Solidi,so daß der Solidus von Mark 12.50 auf Mark 10.71 herab-sank. Das Silber stieg gegenüber dem Gold an Wert, undder Silberdenar, in Baiern und Alamannien „Saiga", früherr/^g, galt später i /,2 Goldsolidus. Ja im siebenten Jahrhundertwurde das Gold so selten, daß die Silberwährnng an dieStelle der Goldwährung trat und der Silbersolidns Z/„ desgoldenen) nun, wie früher letzterer, 12 Silberdenare galt(Dahn). Auf den Münzen bildeten die älteren germanischenKönige bald sich selbst, bald aber die byzantinischen Kaiserals nominelle Oberherren, die späteren aber nur noch sich selbstab; das Gepräge war oft ein sehr rohes. Unter den Frankenließ zuerst Theudebert I. von Austrasien sein Bild prägen.
Das Geld war und blieb aber unfruchtbar; es war bloß Tauschmittel gegen Waren, unddie Anlegung von Kapitalien gegen Zinsen galt als eine für jeden Christen verbotene lasterhafteHandlung und als ein Vorrecht der verhaßten Juden.
Im Frankenreiche waren alle weltlichen Freien und zwar schon von Anfang an sowohlGermanen wie Romanen, zum Waffendienste verpflichtet. Wegbleiben vom Heerbannwurde mit Buße, vom Kampfe gegen Feinde und Empörer aber, sowie Weglaufen aus demFeldzuge (Herisliz) mit dem Tode bestraft. Die Krieger eines Gaues standen unter dem
Grafen (oomss), mehrere Grafen unter dem Herzog (ckux), die letzteren endlich unter demKönig, beziehungsweise dessen Stellvertreter oder Bevollmächtigten (z. B. dem Hausmeier),
der die Kriegszucht bis zur Todesstrafe handhabte. Die Franken kämpften früher mit derDoppelstreitaxt (Franziska), später mit Speer und Schwert, Bogen und Pfeil. Zu Pferdedienten besonders die Antrustionen oder Königsvassallen und die Reichen. Die Schilde wurdengeschmückt und bemalt, die Helme kamen mehr in Aufnahme als früher, und metallene
Panzerhemden wurden gebräuchlich. Hörner bliesen znm Angriff, und Banner flatterten überden Heersäulen in der Hand von Recken. Der Keil der alten Germanen wurde durch dierömische Art der Heeresaufstellung verdrängt. Die Bethätigung im Waffendienste galt injenen wilden Zeiten als der höchste Ruhm, — wer sich dabei nicht beteiligte, war verachtet.Zum Kampfe gegen eingedrungene Feinde, gegen Rebellen und gegen Räuber, mußten auf
(Nach arolr. VIII.)
1. Brustbild des Königs mit Lanze. Umschriftv(onnnus) Nsostsr) DMOVDLDU^VSVI010U. Auf der Rückseite der Erzengel mitKreuz und Reichsapfel. Umschrift VIOIOUI^.^.VOOI; im unteren Abschnitt 60N0U, eineAbkürzung, durch welche wohl die Ermächtigungdes byzantinischen Kaisers zu Konstantinopelausgedrückt wird. Im Felde ein Stern und
D0, vielleicht Dovovia bedeutend.
2. Umschrift: VN MV0VIUW1V8. Hierträgt der König statt der Lanze den Reichs-apfel. Auf der Rückseite wieder der Erzengel.Umschriften: VIODOUI^. 660 und 0 VI6-
Diese Münze ist ohne 00N0L.