Band 
Erster Band.
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Musik und Pädagogik. Methode und Anfang des Unterrichts.

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Eine Klosterschule im 9. Jahrh.

Aus den Malereien der von Folchardvor 872 geschriebenen und künstlerischausgestatteten Psalter - Handschrist.Originalgröße.

St. Gallen. Stiftsbibliothek.

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und Astronomie) die sich nachdamaliger Auffassung mehr aufbesondere Richtungen gelehrterThätigkeit beziehenden Hilfsfächerumfaßte, unter welchen das erstewiederum dem Gottesdienst, daszweite der Güterverwaltung, dasdritte der Baukunst und das vierteder kirchlichen Zeitrechnung förder-lich war. Die Schule St. Gallens,und so wohl jede Klosterschule,zerfiel, wie angedeutet, in die derOblati, d. h. der dein KlosterlebenGewidmeten, unter denen sich bis-weilen reife Männer, meist aber

Knaben von zartem Alter befanden, welche von ihren Eltern am Altare derKirche und dem Klosterleben gewidmet worden waren und im letzteren sehrsorgfältig und rücksichtsvoll behandelt wurden, — und in die kanonische oderäußere Schule, in welcher sich adlige Söhne zu Weltgeistlichcn bildeten oderauf hohe Kirchenämtcr vorbereiteten, wofür sie dann Geschenke spendeten.

Beide Abteilungen waren streng getrennt und ohne Verkehr unter sich. Einhauptsächliches Lehrmittel war der Stock oder die Rute. Als Autorität in derGrammatik galt Alkuin. Von lateinischen Klassikern kannte man fast nur denVergil und wußte auch diesen nicht recht zu schätzen. Bis zur Korrektheit inder Sprache Roms brachte man es selten; ja es gab Mönche, welche sie nieerlernten. Vvm Griechischen kannte man nur die rohesten Anfänge, und auchdiese nur in byzantinischer Form, vom Hebräischen gar nichts. Kurz, dieklösterliche Wissenschaft war, wie ein heutiger Mönch selbst sagt, „nach unserenBegriffen noch sehr primitiv." Um so mehr muß das, was geleistet wurde,

unerkannt werden. Als Lehrer wirkten entweder die im Kloster selbst erzogenenoder von auswärts berufenen Mönche, und zwar Jso nach der Mitte desnennten Jahrhunderts als der erste von Bedeutung, neben dem schon genanntenMöngal. Als ihre Schüler zeichneten sich zu Ende des neunten und zu

Anfang des zehnten Jahrhunderts die mit dem Künstler Tutilo ein Freundes-kleeblatt bildenden Gelehrten Ratpert und Notker I. der Stammler (balbulnchaus. Jener war in der Schulstube eifriger als im Kapitel und in der Messe,dichtete aber auch geistliche Lieder und eröffnete die Reihe der mit der

historischen Kritik allerdings auf etwas gespanntem Fuße stehenden Chronistendes Klosters. Notker (ca. 840—912), zugleich Arzt und Komponist, gutmütig,aber schüchtern, schrieb bedeutendes über Musik; unrichtig aber ist die Meinung,daß ihm das im Mittelälter berühmte, ja sogar als Zauberlied berüchtigte

„Neckis. vita in morts sumns" angehöre. Eine neueste Annahme identifiziertihn mit dem als „Mönch von St. Gallen" (S. 121) genannten Sagensammlcr.

Daß es in den Klöstern nicht an Ränken und Feindseligkeiten fehlte, zeigen unter andern:die boshafte:: Streiche, welche der Spcisemeister Sindolf den genannten drei Freunden spielteund welche selbst bis zum Verderben mühevoll gefertigter Handschriften gingen, wofür sie ihn aller-dings einst die Peitsche fühlen ließen. Einer ihrer Schüler war der große Saloino n III., dersich vom nachlässigen und zuchtlosen Klostcrzögling und studentischeil Don Juan 890 znm Abtund (erst dreißigjährig) noch in demselben Jahre sogar zum Bischof von Konstanz emporschwang.Derselbe war Vertrauter des Reichsrcgentcn und Erzbischofs Hatto von Mainz und wurdevon König Konrad gegen die aufrührerischen und selbstsüchtigen Großen Schwabens, namentlichgegen die ehrgeizigen „Kammcrbotcn" oder Pfalzgrascn, thatsächlich aber Herzoge Erch anger