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Erster Band.
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Hrotsuit von Gandersheim.

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ihre Verfolger sich bekehren, der Nachfolger jenes Beamten aber sie hinrichten läßt. Abrahamund Paphnutius enthalten eine und dieselbe Handlung; beide heilige Einsiedler führen eine Ge-fallene (und zwar ersterer seine Nichte), die sie am Orte der Schande selbst aufsuchen, zurTugend zurück. Zwei Legenden haben den Bund mit dem Teufel zum Gegenstände; beideSchuldige jedoch, Theophilus und der Sklave des Proterius, bereuen den verbrecherischen

Schritt, erhalten durch die Fürbitten Heiliger ihre Verschreibungen zurück und enden alsBekehrte: sie sind die ersten Vorläufer der Faustsage. Als einen Hinweis auf „Romeo

und Julia" in christlich-asketischer Form können wir das Drama „daliwaebus" betrachten,dessen Held, ein Heide, die christliche Drnsiana, die Gattin eines Fürsten, liebt und ihr imTode, den sie erdetet, nachfolgt. Beide aber werden auferweckt, und der Schuldige bekehrtsich. Die übrigen Legenden und Dramen schildern den Tod von Märtyrern. Merkwürdig

in welchem Hrotsuit zwei Männer dieses Namensmit dem Kopfe in den Händen den Weg nach

ist in der Legende des heiligen Dionysius,verschmilzt, wie der enthauptete Märtyrerseinem Grabe zurücklegt. Von dendrei Märtyrerdramen feiert das erstedie Bekehrung des Gallieanus,eines Feldherrn Konstantins, undin einem zweiten Akte den Todder Heiligen Johannes und Paulus,welche ihn bekehrt hatten, unterJulian dem Apostaten, das zweiteaber die Versuche des StatthaltersDnlcitins unter Kaiser Diokletian,drei zum Tode verurteilte christlicheJungfrauen znr Sünde zu ver-jähren, woraus er jedoch durch einWunder in der Vorratskammer, inwelche sie eingesperrt waren, soverblendet wird, daß er dort dieDöpfe und Pfannen umarmt undiwnz rußig herauskommt, so daßseine Diener vor ihm fliehen undThüohütcr des Kaisers ihnhinauswerfen. Zuletzt rächt er sichdurch den Martertod der Christinnen.

ähnliches Kleeblatt führt unsbus dritte Drama dieser Art,üLachsuriu" vor, welches NamensCaritas qualvoll sterben sehen muß. ,

Diese Dramen Hrotsmts waren niemals für die Ausführung bestimmt, h Zwar, der heidnischen und oft sittenlosen Dramatik des Terentius, dessen Nachahmerin dieDichterin ist, eine christliche und moralische gegenüberzustellen, beziehungsweise stne ur)

^ ^D?dritte Gruppe der Werke unsrer Nonne ist nicht mehr streng geistlichen, sondern auchgeschichtlichen Inhalts. Sie umfaßt die beiden epischen Gedichte ^ den ^ckm Ottosdes Großen und von der älteren Geschichte des Klosters Gaudersheim. ^ene thatenbesang sie im Austrage der Äbtin Gerberg, wie man glaubt, auf den Wunsch des damals(965) rst ehnjährigen Sohnes des großen Kaisers, Ottos II.; sie lieferte damit eme an-rannte (leider nicht vollstäi.dig erhaltene) Quelle znr Geschichte ihrer Zeck m welcher Eigen-schaft dieselbe aber von dem verifizierten Bericht über die Grunomig des Klosters der Dichterennoch übertreffen wird. Poesie ist in beiden Gedichten neckst viel zu suchen m den Werken Hrotsmtstritt dieselbe überhaupt hinter der religiösen Tendenz und der Gelehrsamkeit, welche letztere

Siegel des Klosters Gandersheim.

Originalgröße. Berlin, kgl. Geh. Staats-Archiv.

Trägerin ihre drei jungen Töchter Fidcs, Spes und