Die Politik der R h ei n fra n k c n.
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Dabei huldigte er einer asketischen Richtung nach Art Ottos III., die aber keineswegs so weit ging,daß er sich von Priestern oder Weibern oder sonst jemandem hätte lenken lassen. Stets behielter seinen eigenen Willen, wenn auch in eineretwas milderen Form als seine beiden Vorgänger,wie er denn 1044 alle Majestätsverbrecher be-gnadigte. Und das war, soweit dies von einemEinzelnen abhing, auch der richtige Weg, das zuerreichen, was Heinrich III. anstrebte: nämlich einer-seits die Oberherrschaft des Kaisertums über dasAbendland, -welchem Ziele schon Otto l. so nahegewesen war, und anderseits eine gründliche Re-form der Kirche an Hanpt und Gliedern.
Es war Heinrichs größter Irrtum, einenur durch seine übereifrig-religiöse Richtung er-klärliche Kurzsichtigkeit, daß er durch diese Kirchen-reform sein Reich zu stützen wähnte, währenddieselbe in der That nicht nur die Kirche stärkte,sondern sogar zur Herrschaft dieser über das ge-setzlose Reich führen mußte, sobald einmal einschwacher Kaiser und ein starker Papst neben-einander regierten. Beides so^te nur allzu baldeintreffen.
Der Zustand des Reiches nach dem allzu-frühen Hintritte Kaiser Heinrichs III. kann nichtbesser geschildert werden, als mit den Worten desZeitgenossen Adam von Bremen: „Durch dasAbscheiden des Papstes Leo IX. und des Kaisersward nicht nur die Kirche in Verwirrung gesetzt,sondern es schien auch der Staat zu Ende zugehen.... Znr Lenkung des Reiches gelangtendurch die Erbfolge ein Weib (Kaiserin Agnes) undein Kind, zu großem Nachteile für das Gemein-wesen. Denn die Fürsten, welche es mit Unwillenverwarfen, daß sie durch weibliche Gewalt einge-schränkt oder durch eines Kindes Herrschaft regiertwerden sollten, errangen zunächst ihre alte Freiheitwieder, um nicht unter dem Joche der Knechtschaftzu bleiben; dann aber begannen sie einen Wett-streit miteinander, wer unter ihnen der mächtigstewäre, und endlich nahmen sie kühn die Waffen nndversuchten sogar, ihren Obern nnd König abzu-setzen." Außer den Fürsten war es jedoch noch dasPapsttum, welches, gleich ihnen durch das Reich großgeworden, bei dem Fehlen eines starken Mannes aufdem Throne die Fähigkeit gewann, daS Reich zueiner untergeordneten Macht herabzudrückcn. Und inder That konnte das Reich damals in keine schlim-meren Zustände versinken. Für ein Königskind vonsieben Jahren regierte eine Frau, deren Schönheit,
Bildung, Tugend nnd Frömmigkeit den Mangel an jener Kraft nicht ersetzen konnten, welchemanche andere Regcntinnen der Geschichte ausgezeichnet hat. Die traurigen Phasen des Kampfe»näher zu erzählen, welcher entbrannte zwischen dem Kaisertum eines übel erzogenen, weil seiner
Lebensgroßes Standbild Kaiser Heinrichs II.,an, Fiirstenportal im Georgcnchor des Domszu Bamberg. rs. Jahrhundert.