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Erster Band.
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Zweites Buch. II. Das Reich und seine Kaiser.

nach außen stieg wieder; auch Polen und Dünemark erkannten seine Hoheit an, und in den Wenden-ländern befestigten sich Christentum und deutsche Herrschaft für immer. Ja, fast alle europäischenKönige und sogar der byzantinische Kaiser ehrten Friedrich durch Gesandte und Geschenke.

Nach dem Aufbruche Friedrichs I. zu seiner verhängnisvollen Ostfahrt, die sein Glück sotragisch abschloß, hatte sein ältester Sohn, der zweite große Staufer, Heinrich VI., 24 Jahralt, das Ruder des Reiches in die Hand genommen. Sein schwächlicher Körper barg einenungemein hochstrebenden Geist, vielleicht den am höchsten strebenden unter allen deutschen Kaisernund Königen. Unter ihm herrschte Frieden in Deutschland, und ihm gelang nicht nur die Er-oberung des Reiches „beider Sizilien"; nein, auch das übrige Italien gehorchte ihm; er herrschteunbestritten von Helgoland bis Malta! Ja er plante nicht nur, alle abendländischen Königezu seinen Bassallen zu machen, das Reich Karls des Großen wieder herzustellen, zu welchem

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Höfische Trachten zur Zeit Kaiser Friedrichs I.

AuS der Äbtissin Herrad von LandSperg „Lustgarten"; um 1155-—1575.

Zwecke er Richard Löwenherz gegen Frankreich unterstützte, und Sizilien mit seinem älteren Reichezu einer erblichen Monarchie zu verbinden, sondern er trachtete sogar das byzantinische Reich zu ge-winnen und damit das einstige römische Weltreich in erweitertem Umfange herzustellen und den Islamfür immer niederzuwerfen. Schon waren im Orient die Fürsten von Cypern und ArmenienjscineLehensmänner. Durch die Veranstaltung eines Krenzzuges gewann er jedoch den WiderwilligenPapst nicht nur nicht, wie er gehofft hatte; nein, auch in Deutschland und Italien erhob sich jetztOpposition gegen seine Pläne, und während sein Kreuzzug, auf dem er selbst nicht mitzog, unglücklichverlief, stürzten mit ihm (1197) alle seine hvchflicgenden Ideen. Mit seinem Tode ging die Vor-herrschaft im Abendlande vom Kaisertum,'(um das sich die Ghibellinen, deutsch Waibelingen,(Philipp) und die Welsen (Otto IV.) unter allen Schrecken des Bürgerkrieges stritten, wieder andas Papsttum über, denn im Jahre 1198 trat der größte Papst nach Gregor VII., Jnno-cenz III., auf die Weltbühne.

Nach Ottos IV. Tod endlich unbestrittener König, hatte Friedrich II., der bereits 1215das Kreuz genommen, heiß zu kämpfen zwischen dem Drängen des Papstes Honorius III. nachAusführung des Kreuzzuges und der Gleichgültigkeit seiner Fürsten gegen denselben, ein Übel-