Blüte und Hinwelken des staufischen Hauses.
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stand, welcher das Unternehmen stets vereitelte. Rastlos und redlich bemühte er sich, dasselbezu ermöglichen, während das Damoklesschwert des Bannes über ihm hing. Nur durch eineKirchenbuße erhielt er einen Aufschub seiner Zusage. Durch blutige Gesetze gegen die Ketzererlangte der religiös indifferente und daher auch gegen eine von der Kirche abweichende Theologievöllig gleichgültige Monarch die Kaiserkrone. Er, der durchaus orientalische Ideen von derMonarchie hatte, die Mohammedaner liebte, in Sizilien ein Harem hielt und dennoch die Einheitder Kirche gern als Mittel zur Beherrschung der Menschen benutzte, geriet selbstverständlich baldin die heftigsten Streitigkeiten mit den Päpsten seiner Zeit, die ihn wiederholt bannten und zuletztauch absetzten, ohne daß diese Maßregel jedoch allgemeine Anerkennung fand. Um Deutschlandbekümmerte Friedrich sich wenig; doch erließ unter ihm und in seiner Anwesenheit (1235) derReichstag zu Mainz die ersten Gesetze in deutscher Sprache. Er starb 1250 in vollem Besitzeseiner sizilischen Herrschaft als der letzte deutsche Kaiser aus der Glanzzeit des Reiches.
Mit dem Tode seines ohnmächtigen Sohnes König Konrads IV. (1254) war derzweihundertjährige Kampf zwischen Papst- und Kaisertum zu Ende; an seine Stelle trat nunjene traurige zwanzigjährige Zeit der Verwirrung und Rechtlosigkeit, welche man mit demNamen des Interregnums zu bezeichnen Pflegt. Das langmütige deutsche Volk vergaßFriedrichs Wüten gegen seine Mitketzer, vergaß seine Gefühllosigkeit gegen sein Stammlandund behielt nur seinen Kampf gegen das Römertum im Gedächtnis, daher die altheidnischeSage von den in gewisse Berge entrückten Göttern und Heroen zunächst mit Bezug auf ihnim Kyffhäuser lokalisiert wurde. Erst später bezog man sie auf seinen Großvater, denRotbart, von dem, weil er im fernen Morgenlande das Leben verloren hatte, geglaubtwurde, er lebe noch fort und schlafe nur, um zu gelegener Zeit wieder zu erwachen.