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Erster Band.
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t92 Zweites Buch. tV. Das Kriegswesen und die Zeit der Kreuzziige.

Gottfried von Bouillon, der erste christliche Herrscher der heiligen Stillten, die kriegerischenPilger führte; noch schwerere aber auf dein völlig vergeblichen Krcuzzuge von 1101, beiwelchem unser Land durch den bairischen Herzog Wels, die Markgraf»! Jda von -Österreichund mehrere Bischöfe und Grafen vertreten war. Bei Anlaß jener Jude »Metzelei derungeordneten Krcuzsahrerhanfcn schritt Kaiser Heinrich IV. energisch gegen die Schuldigen ein,schützte die vom Klerus und Pöbel zur Taufe gezwungenen Juden und gestattete ihnen dieRückkehr zum Glauben ihrer Bäter.

Aber nicht nur Exzesse gegen die Juden, sondern Zügellosigkeiten aller Art wurden durchdie Kreuzfahrten begünstigt, deren Teilnehmer sich ja alles erlauben durften, solange sieunter geistlicher Leitung standen und daher vom weltlichen Gesetze ausgenommen waren. Derohnehin unheilbare Zustand der Ordnung im Reiche verschlimmerte sich deshalb fortwährend;

namentlich auch durch die Unbvtmüßigkeit der Fürsten,^ selbst einem Heinrich V. gegenüber. Daher konntendiese Herren, wenn gerade Friede war, es geschehen^ lassen, daß ihre unbeschäftigten wilden Söldner,k „Reiter" genannt, als Räuber das Land unsicher

machten, namentlich Kirchen und Kloster ausplün-derten, die Geistlichen, sowie die Leute der heimge-suchten weltlichen Herrschaften mißhandelten und allesl verwüsteten, - gerade wie eS die Fürsten, ihre

Herren, in ihren zahllosen Fehden selbst thaten. Esist nur znm Verwundern, daß unter diesen Zuständenund bei der zugleich herrschenden Sittcnlosigkcit dasDeutsche Reich sich nicht nur erhielt, sondern wieder-holt einen neuen Aufschwung nahm und selbst in demnach Losreißung strebenden Italien immer wieder vonneuem festen Fuß faßte. Dabei war vor allem er-staunlich, wieviel die Hingabe an ein Ideal schondamals vermochte. Das Ideal jener Zeit aber wareben das Ziel der Krenzzüge: die Befreiung desheiligen Grabes. Als Edessa dem Kreuze verlorenging und Bernhard von Clairvaux in seinesGlaubens Stärke einen allgemeinen Krenzzug pre-digte und neue Judenverfolgungen unterdrückte, hörtendie inneren Fehden wie mit einem Schlage auf< leider nur nicht für immer). Im Vereine mitLudwig VIl. von Frankreich nahm auch König^ Konrad lll. das Kreuz - ohne der Abmahnungdes Papstes zu achten, der ihn sein Schwert liebere ziehen sehen, zu seiner unglücklich verlaufenden Fahrtins heilige Land «1147). Guten Erfolg hatte der gleichzeitige erste Krenzzug gegen die Heidendes Nordostens, welchen die praktischeren Sachsen, die im Zuge nach dein Mvrgenlandc keinheimisches Interesse erblickten, zur Sicherung der Zukunft ihres Stammes nach Pommern unter-nahmen. Lübeck wurde auf den Trümmern eines Wendendorfcs als deutsche Stadt gegründet,Pommern und Mecklenburg für die Dauer dem Christentume gewonnen. Heinrichder Löwe, der sich auf diesem Zuge die ersten Sporen verdiente, sicherte dabei Holstein undsein Gegner Albrecht der Bär Brandenburg für Deutschland, und letzteres sendete nun sozahlreiche Ansiedler nach den neuen Erwerbungen, daß bald fast alles Wenden- und Heidentumbis über die Oder hinaus verschwand.

Die Regierung Kaisör Friedrichs I. bezeichnet einen bedeutsamen Wendepunkt in dermittelalterlichen Geschichte des Kriegswesens. Sein Krenzzug war der erste, den nichtGeistliche und ländersüchtige Ritter, sondern Kriegsniänner von Fach leiteten, der erste, bei

Tracht der Juden in Deutschland im zwölftenJahrhundert.

Aus der Äbtissin Hergab von Landsperg „Lustgarten'um 1165—1175.

gegen die widerspenstigen Römer