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Erster Band.
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Zweites Buch. IV. Das Kriegswesen und die Zeit der Kreuzziige.

Schwimmen u. s. w., die zu Pferde dienenden überdies noch im Reiten. Von Einheitlichkeitin den Gesichtspunkten für die kriegerische Heranbildung war keine Rede, und auch die Art undWeise der letzter« ist nicht überliefert; ebensowenig erhellt, wie znm Kriegsdienste gezwungeneLeute die nötige Übung erlangt haben. Den Kern der Heere bildeten die Ritter und dieKriegskncchte, die ihr Leben dem Waffenhandwerk widmeten und für Sold jedem Herrn dienten.Ohne Bedenken nahmen in Kriegszeiten, wenn die Tienstmannen nicht genügten oder nichtzuverlässig waren, die Fürsten sogar Räuberbanden in ihren Dienst, um sie zugleich von ihremschädlichen Treiben abzulenken und ihre eigenen Streitkrüfte zu vermehren. In inneren Kämpfen,wie sie damals leider nicht selten waren, verschmähten selbst geistliche Fürsten solche Hilfs-trnppen nicht, die dann freilich der Papst gleich Ketzern mit dem Bann belegte, weil sie, sogargegen Klöster und Nonnen, allen möglichen Unfug verübten.

Die gewöhnlichsten Waffen, sowohl zu Fuß wie zu Pferde, waren im ganzen nochdie des zehnten Jahrhunderts, doch maßen die Speere nun gegen zehn Fuß. JüngerenUrsprungs, erst seit Ende des zwölften Jahrhunderts gebräuchlich, und, weil künstlicher gearbeitet,von einer nur geringen Anzahl als Waffe geführt, war die Armbrust (eigentlich ^rcnbalista,Wnrfmaschine mit Bogen!. Dazu kamen noch Kriegssensen, Helmbarten (Hellebarte d. h. Stiel-axt», Streitäxte, Streithämmcr, Keulen, Kricgsflegel (Stäbe mit angeketteter Eisenkngel) undandere Waffen, neben welchen die Krieger oft auch noch Dolch vder Messer trugen.

Eine einheitliche Form der Waffen gab es ebensvwenig, wie eine solche der Bekleidung.Die Fußsoldaten waren natürlich leichter gerüstet als die Reiter. Die Ritter trugen Harnischeoder Brünnen aus Metall- vder Hvrnplatten oder Stahlringen, welche auf Leder oder starkesZeug aufgenäht waren; ohne Unterlage ineinander geflochtene Ringe bildeten die kostbare„Halsbergc". Als Kopfbedeckung war der eiserne Helm vorherrschend, dessen früher kegel-förmige Gestalt um 1299 durch ein häßliches topfartiges Gehäuse verdrängt wurde;, einBügel znm Schutze der Nase war oft an beiderlei Hclmarten angebracht, wurde aber späterzu einer das Gesicht bedeckenden Platte mit Angenlvchern erweitert. Die zum Nahekampfbestimmten Krieger trugen Schilde von mannigfaltiger Form. Helm und Schild der Ritterwaren mit ihren Wappen geschmückt.

Den Oberbefehl führte der Fürst entweder selbst, vder beauftragte damit einen Leiter,Hauptmann oder Meister, der nicht selten zugleich die Heer- oder Stnrmfahne trug. Fiel dieFahne, so floh das Heer; daher zu ihrem Schutze besondere Maßregeln getroffen wurden.Schon zu Anfang des zwölften Jahrhunderts befestigte man die Fahne an einer hohen Stange,die aus einem Wagen aufgestellt war, welcher die Wachmannschaft trug und der stets vonOchsen, nicht von Pferden gezogen wurde. Die Deutschen nannten ihn Heerwagen, die ItalienerUarroeoio. Diese Fahnen waren nngemein groß; die von Straßburg z. B. maß 4,5 Meter inder Länge und 3,5 Meter in der Breite. Meist waren sie von Seide und trugen das Bilddes Schutzheiligen ihres Landes vder ihrer Stadt, später aber das Wappen oder dessen Farben,und zwar oft in quadrierter Form.

Die Heere bestanden aus der Vorhut; dem Gewalthanfen, welchem die Ritter an-gehörten; dem Troß, welcher die Kriegsmaschinen, Lebensmittel und Zelte, die Verwundetenund Kranken fortschaffte, und der Nachhut. Krämer aller Art und auch Abenteurer folgtenjedem Heere. Die Führung in fremden Ländern und unbekannten Gegenden war sehr erschwertdurch den Mangel an Landkarten; nur ganz vereinzelt befanden sich in den Händen derFührer unbeholfene Versuche von Kartenzeichnnngen, die falsch entworfen, fehlerhaft, unvollständigund ganz ungenau waren. Znr Nachtruhe wurden, wo keine Städte waren, befestigte Lagernach altrömischem Vorbild errichtet; Zelte dienten als Obdach; die der Fürsten warennngemein prächtig und umfangreich, mit Fahnen, Wappen und anderem Schmuck geziert.Zahlreiche Schildwachen wurden aufgestellt, um Überfülle des Lagers zu Verhindern.

Die Mannszucht wurde durch Kriegsverordnungen aufrecht erhalten. Nach demBerichte Ottos von Freising gab Kaiser Friedrich I. im Jahre 1154 ein Gesetz mit folgendenBestimmungen: Wer innerhalb des Lagers gegen einen Kameraden das Schwert zog, vder gar ihnverwundete, verlor die Hand oder den Kopf. Ein Ritter, der Streit begann, kam um die Rüstung