Lebensweise. Gastfreundschaft. Sittliche Reinheit des Volkes.
217
Von den früheren gymnastischen Spielen der Jugend hatte sich vieles, z. B. der alt-germanische Schwertertanz (S. 25), und zwar sogar noch unter Klosterschülern, bis zu dieserZeit erhalten.
Seit der Trennung Deutschlands vorn Frankenreiche hatte die durch Vermengung mitden entarteten Römern genährte Unsittlichkeit wieder abgenommen. Die Keuschheit deralten Germanen und ihre Hochhaltung des Weibes trat wieder in ihr altes Recht. DenFrauen, unter denen Tugend und frommer Sinn allgemein waren, wurde vorn Königshofeaus in Ottos des Großen Mutter Mathilde, seinen Gemahlinnen Editha und Adelheid, seinerSchwester Gerberg, seinen Töchtern Liutgarde und Mathilde ein erbauliches Beispiel derFrömmigkeit, Mildthätigkeit und Reinheit gegeben (S. 163).
Die Nonnen schätzte man höher als die Mönche. Man verlobte die Mädchen oft schonim Kindesalter und ließ sie bereits mit vierzehn oder fünfzehn Jahren heiraten. Vergehengegen die Sittlichkeit kamen selten vor; weit häufiger waren solche gegen Leib, Leben undEigentum. Die Lichtseite jener Zeit, die Treue in Wort und Dienst, und die Schattenseite,die Grausamkeit im Kriege, haben wir wiederholt erwähnt.
Die spätere Fehdezeit (S. 167) hat jene Verbesserung der Sitten leider großenteilswieder rückgängig gemacht.
«UZ
-ÄM
WlM
W
Fürstliche Festtafel um die Wende des 12. Jahrhunderts, mit Unterhaltung durch Spielleute, Tänzerinnen und Gaukler.Wandmalerei im Dom zu Braunschweig, daselbst als biblisches Motiv den Tanz der Herodias darstellend.