Aberglaube. Mission. Kultur Verbreitung.
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der langwierigen Kriege lange Zeit erlahmte Missionunter den Wenden wieder, bei welchen die einst zer-störten Kirchen aufs neue erstanden, — ein Werk,welches der Obotritenfürst Godschalk, der auseinem blutigen Christenverfolger ein eifriger Ver-breiter des Kreuzes geworden, kräftig förderte,bis er im Jahre 1066 von den wiederum sichgegen Christen- und Deutschtum erhebenden Wendenerschlagen wurde. Unter namenlosen Greueln teiltendieses Schicksal mit ihm alle Christen und Deutschenim Wendeulande.
Unter Adalbert wurde auch Helgoland ent-deckt und auf der Insel ein Kloster angelegt, dasselbst die Seeräuber achteten, woher sie ihren Namen(„heiliges Land") erhielt.
Otto, seit 1103 Bischof von Bamberg,versöhnlich und friedliebend und dem unglücklichenHeinrich IV. treu bis beinahe zuletzt, so eifrig erauch für die Ideen Gregors und gegen die In-vestitur kämpfte, erhob sein Bistum aus einer Zeitdes Verfalls zu neuer Blüte. Er war selbst Architektund ließ den 1081 abgebrannten Dom unter Hein-rich V. schöner und fester verstellen, ließ neueKirchen und Klöster, sowie Burgen zu ihrem Schutzebauen. Diesen Stiftungen gab er Regeln nach demMuster sowohl von Cluguy und Hirsau, wie nachdem des neu entstandenen Cistercienser- und Prä-monstratenserordens. Er breitete seine Thätigkeitjedoch noch viel weiter aus, wirkte durch Verbin-dungen in Böhmen und Polen für höhere Kulturund ging, sechzig Jahre alt (1124), vom HerrscherPolens eingeladen, nach dem eben unterworfenen,aber noch heidnischen P o m m e r n. Hier verbreiteteer das Christentum, teilweise mit heftigem Wider-stände kämpfend, zerstörte heidnische Götzen undTempel in Stettin und anderen Städten, schaffte dieheidnischen Sitten, wie Vielweiberei, Kindermordund Sklaverei ab, erbaute und weihte Kirchen. ImJahre 1125 kehrte er glücklich nach Bamberg zu-rück. Sein Werk setzten die Prämvustratenser undCistercienser eifrig fort (S. 157).
Ein weiteres Verdienst der Geistlichkeit ent-sprang aus der Ausübung ihrer Strafgewalt,durch welche sie auf die Besserung der Sitten vielmehr einwirkte, als die Thätigkeit der weltlichenGerichte. Diese Wirksamkeit des Klerus war sehrheilsam, solange sie als Strafarten nur Ermahnungen,
Bußen und den Ausschluß aus der Kirche verwendete, welche letztere durch Buße wieder rück-gängig gemacht werden konnte. Ernster war schon die Sache, wenn durch die Exkommunikationund das Anathema der Schuldige dem Teufel und dem ewigen Feuer überantwortet wurde,bei deren Berhäugung zwölf Priester, die den Bischof umstanden und brennende Fackeln trugen,diese zur Erde schleuderten und zertraten. Freilich geschah dies vorzugsweise nur bei schweren
Teutsche Kulturgeschichte. ^
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Holzstaudbild der h. Elisabeth im Dom zu Marburg.Späterer Zeit ungehörig.
Durch die kleine Figur zu den Füßen der Fürstin deutet derKünstler auf die Arme» hin, welche an der heil. Elisabetheine sorgende Wohlthäterin hatten.