siebenter Abschnitt.
Das Zeitalter des Rittertums und des ^Iliimedienstes.
I. Zte Zeiten der Krcnzzüge und des Kampfes zwischen Papst- und Kaisertum waren zugleichdiejenigen der Entwickelung und Ausbildung des sogenannten ritterlichen Geistes,einer Gemütsrichtung, welche in der Schwärmerei für Religion, für Fraucnliebe und fürkriegerische Thaten ihre höchste Befriedigung suchte und fand. Jedoch bewies diese Schwärmereikeineswegs die Kraft, jene drei Ideale stets in ihrer Reinheit erscheinen zu lassen. Auch inder Zeit des Rittertums war die Religion bedroht övn Fanatismus und Aberglauben, dieFranenliebe von Roheit und Zuchtlosigkeit, das kriegerische Leben von Verzagtheit in Augen-blicken der Notwendigkeit energischen Handelns. Aber es herrschte im ganzen und großen einediese Mangel vielfach verdeckende Erhebung des Geistes, mit welcher dann freilich in manchenDingen wieder eine gewisse übertriebene Verfeinerung, ja eine Verweichlichung der Sitte ver-bunden war.
Tiefe Verfeinerung war eine der Folgen jener bereits (S. 187) erwähnten, im elftenJahrhundert beginnenden Einwirkung der Kultur Frankreichs auf andere Länder, nament-
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Höfische Trachte» in, zwölfte» Jährt»,»dert. Aas der Äbtissi» Herrad von Landtzpcr» „L>,scharte»"; »», 1165 —1175.