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Erster Band.
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Zweites Buch. X. Trachten und Waffen des Mittel alters.

WIMD

Scheinärmel, oder allerleiAnhängsel an Quasten undSchnnrwerk (Fig. 20 u. 21).Dabei war der Rock so kurz,daß die Moralisten hieranschweren Anstoß nahmen, unddie Kleiderordnungen ohneAufhören dagegen eiferten,natürlich erfolglos. DieselbeTendenz hatte im vierzehntenJahrhundert auch das weib-liche Kostüm, bei welchem nuneine ziemlich weitgehende Ent-blößung desHalses und Busenseintrat (Fig. 20). Dieselbewar häufig begleitet von einerwenig kleidsamen Verhüllungder untern Gesichtshälfte unddes Halses. Wir haben dietollsten Ausartungen unsermKostümblatte absichtlich nichtangeschlossen, weil der reicheJllnstrationsschatz des Buchesderen genug zeigt. Es bliebaber immer eine große An-zahl Männer und Frauen,welche, dein allgemeinen Zugeder Mode zwar folgend, den-noch innerhalb der Grenzendes Auslandes und der Schön-heit verblieben; wie z. B.die Bilder von Johann undGndnla vonHolzhausen, welchein der zweiten Hälfte des vier-zehnten Jahrhunderts lebtenund in der Michaelskapelle zuFrankfurt am Main begrabenliegen, nach ihrem jetzt imDome zu Frankfurt befind-lichen Grabsteine uns zeigen(Fig. 22 u. 24). Bemerkens-wert ist am Grabstein der Fraudie Haube, der sogenannte Krü-seler, der, in mannigfachenFormen aus einer Menge vongefalteten Rüschen gebildetwurde, sehr häufig, aber nichtimmer, Schnlterflügcl hatte,und oft auch kapuzenartig in ziemlich moderner Weise den Kopf verhüllte. Sehr schön warder Mantel mit dem Fürspann (Brnstspange), der im vierzehnten, selbst im fünfzehnten Jahr-hundert und dann namentlich oft bei Patrizierfrauen der großen Städte, sich fand. Allein dieMehrzahl der Deutschen überstürzte sich in Tollheiten der Tracht. Der Mann verkürzte und

Ornamentierung eines Brautschmuckkästchens aus dem 14. Jahrhundert.1 . und 2. Seite. Hierzu Erläuterungsblatt.