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Erster Band.
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290 Zweites Buch. X. Trachten und Waffen des Mittelalters.

auch diese Hilfe als ungenügend erscheinen. Man schnitt daher die Oasula seitlich aus (Fig. l 7,18, 19), bis sie endlich zu der unschönen Decke wurde, zu welcher dieses herrliche Kleid jetztherabgesnnken ist.

Eine Auszeichnung des Erzbischofs war das Lallium, eine wollene Schulterbinde, welche, ent-schieden byzantinischen Ursprunges, noch im neunten und zehnten Jahrhundert getragen wurde, wieFigur 1 uns dieselbe zeigt (Tfl. bei S. 158). Der Ooäsx L^borti des zehnten Jahrhunderts zeigtschon die neue Form des Palliums, freilich ausnahmsweise ohne Kreuze (Fig. 2). Das Pallinmwar in früher Zeit sehr lang (Fig. 9). Erst im vierzehnten Jahrhundert begann seine Verkürzung.

Für den Bischof galt früher als auszeichnendes Gewand auch noch das Uootoralo, eineReminiszenz an den mosaischen Lxbock, dann ziemlich außer Gebrauch gekommen, welches ausgestickten Brust- und Rückenstücken bestand, die durch Schulterstücke verbunden waren. (Figur 7ein Usotorals des zwölften Jahrhunderts-vom Teppich der Stiftskirche zu Quedlinburg, Figur 19das schöne ksotorals von Eichstätt, Figur 18 das des Domes zu Krakau.)

Jeder Geistliche in Amtstracht trug die Uanipnla, ursprünglich ein Schweißtuch (Fig. 5,9, 16, 17, 18, 20). Wenn auch im zwölften Jahrhundert noch immer Luckarium genannt, so stehtdoch fest, daß es in Deutschland schon damals ein verzierter Bandstreif war, der häufig einge-stickte Schrift trug und jedenfalls immer am linken Arm, aber nur während der Messe befestigtwar, daher z. B. die Manipel niemals zugleich mit dem Lluvials (Fig. 12) vorkommen kann.

In gleicher Weise gehören die Handschuhe zum Ornate, die teils genäht, aber auch schonziemlich früh gestrickt und mit Stulpen versehen wurden (Fig. 1, 9, 10, 17, 18, 19). Im fünf-zehnten Jahrhundert werden diese Stulpen sehr lang, in eine Spitze auslaufend, an der ein runderKnopf, mitunter sogar eine Schelle saß. Der Handrücken Ivar entweder durch Stickerei oder durcheine oft sehr kunstvoll gearbeitete, selbst durch Edelsteine gezierte Gvldplatte mit Ornament inEmail geschmückt. Bei Exeqnien und am Charfreitage trug der Bischof keine Handschuhe.

Endlich setzte der letztere die Ultra (Jnfnl) auf den Kopf, ursprünglich ein steifes, miteinem Metallreif versehenes Tuch, welches sich allmählich zu einer den Reif ausfüllendenMütze gestaltete. Schon im zehnten Jahrhundert haben wir den beiderseits den Randüberragenden Hut (Fig. 1), der sich bald zur Ultra bieornnta umbildete (Fig. 6, 7 u. 9),gesehen. Es ist keine solche Bischofsmütze ältester Form erhalten, nur Miniaturen oder alteWandmalereien zeigen diese Form. Der Zweifel scheint daher gerechtfertigt, ob dieselbe mitder Erhebung der beiden Oornna über den Ohren wirklich existiert hat oder ob sie nichtvielmehr der Ungeschicklichkeit der Maler zuzuschreiben sei. Aus dem zwölften Jahrhundertsind viele Mitren vorhanden, welche die Teilung in der Linie von einer Schläfe zur andern,mithin die Oornna (Hörner) vorn und hinten, zeigen. Die Mitra ivar entweder nuten an derKopföffnnng mit einem reich ornamentierten Bandstreif umgeben (Fig. 7), oder dieser Streif fehlte,und nur längs der beiden Schilder war ein ornamentierter Bandstreif aufgenäht (Fig. 29);es waren aber auch beide zugleich an der Mitra vorhanden (Fig. 6). Die letztere Ausstattungwurde bei den höchsten Festen, die erstere im Oonsiotorio, bei Gericht, auch an Reichstagenund Konzilien getragen. Streng gesinnte Äbte ließen die Mitra ohne Edelsteine, andere trugennur weiße Mitren ohne jeden Schmuck. Während sich im zwölften und dreizehnten Jahrhundertihr Schmuck auf reiche Stickereien beschränkte, heftete man im vierzehnten und fünfzehnten auchEdelsteine auf die Flächen auf. Da nun die Mitra seit dem vierzehnten Jahrhundert beständigan Höhe gewann, so wurde sie allmählich eine so schwere Last, daß der Bischof, um sie festauf den Kopf drücken zu können, ein wattiertes Käppchen darunter setzte, was übrigens auchschon früher getragen wurde (Fig. 18). Hinten an der Mitra zu beiden Seiten, zuerst auf demRücken (Fig. 11), dann auf die Schulter fallend, waren zwei Bänder (stolao mitrao, tanonoo)befestigt, welche aus demselben Stoffe wie die Mitra gefertigt und schließlich reich bestickt wurden.

Von den metallenen Ornatstücken des Bischofs sind Ring und Stab die wichtigsten. DasBrustkreuz behielt Jnnocenz III. dem päpstlichen Ornate vor. Der Hirtenstab, xscknm, ivarein langer Stab mit Spitze. Im zehnten Jahrhundert ivar der Bogen der Krümme noch sehrgering, wie Figur 1, welche den Bischofstab von Quedlinburg darstellt, zeigt. Noch älterdürfte der mit gerader Krücke versehene Stab St. Heriberts von Deutz sein. Im elften Jahr-