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Zweites Buch. X. Trachten und Waffen des Mittel alters.
Ritterliches Grabdenkmal eines Hohenlohe.
Steinskulptur aus dem 13. Jahrhundert. .
Der Ritter trägt eine Brünne von Kettengeflecht; dieKapuze derselben ist über den Kopf gezogen und darüberder Kübelhelm aufgesetzt, der mit einer kurzen Kette ver-sehen ist, mittelst deren er an der Schulter befestigtwerden konnte. Die Brünne hat kurze Ärmel, weshalbder Borderarm durch besondere Schienen gedeckt ist. DieBeine sind durch Kettenpanzer geschützt, mit besonderemKnieschutz. Über der Brünne trägt der Ritter ein kurzes,zierlich ausgezacktes, an den Seiten geschlitztes Obergewand.Dasselbe hat an der rechten Brust eine Öffnung sür einenan der Brünne befestigten Ring, von dem zwei Kettenherabhängen. Die eine hält den Dolch, die andere dasSchwert, so daß sie, wenn nötig, beliebig fallen ge-lassen werden konnten, ohne dem Ritter zu entfallen. DerSchild hängt an der Schildfessel über der Schulter; linksneben dem Kopfe die eisernen Handschuhe, rechts derTurnierhelm, dessen Zimier zerstört ist; zur linken Seitedas Schwert mit rundem Knauf, in Lederscheide mit demumzuschnallenden Gurt, der „Schwertfessel." Die Sporensind über die Rüstung geschnallt. (Nach Essenwein.)
bekleidet; erstere waren vorndie anf Abbildungen der Zeit
Die Kopfbedeckungen (Birete) entwickelten sichaus der einfachen Kappe der frühesten Zeit (Fig. 2 l)zu einer hanbenförmigen Mütze und zu einer wul-stigen Kappe (Fig. 22).
Figur 24 giebt einen Benediktinermönch deszehnten Jahrhunderts in der Oapga enonlata überder Tunika wieder; ihre seitliche Öffnung ist durchStege geschlossen. Figur 2 b ist ebenfalls eine Dar-stellung St. Benedikts in der Tracht des zwölftenJahrhunderts. Fig. 26, ein Cistercienserabt, zeigt dieganz entwickelte Mönchstracht des fünfzehnten Jahr-hunderts. Figur 27 ist die Tracht der Äbtissin Agnesvon Meißen, f 1203; Nr. 28 die der ÄbtissinGertrud am Dome zu Quedlinburg.
Von dem friedlichen Gewände der Diener derKirche wenden wir uns nun zur näheren Betrachtungder Rüstung und Bewaffnung der Ritter und Krieger.
Die Schutz- und Angriffswaffen stehenzu allen Zeiten in engem Verhältnis zu einander;sie vervollkommnen sich gegenseitig. Jede Verbesserungder Schntzrüstung drängt zur Vervollkommnung derTrutzwaffen, um die erstere überwinden zu können,bis die letzteren eine solche Vollkommenheit erreichthaben, daß ein Beschützen des Körpers gegen ihreEinwirkung ferner unmöglich wird, tote in neuesterZeit, wo bei der Ausrüstung des Kriegers die Schutz-waffe fast ganz fehlt oder zum bloßen Schmuck ge-worden ist.
Das Mittelalter kannte vier Bestandteile desKörperschutzes: 1. den Schutz für das Haupt, 2. fürBrust und Leib, 3. sür die Beine, 4. den beweglichenSchutz für den Oberleib oder die Teile desselben.Im ganzen übernahm das Mittelalter den römischenHarnisch, die lloriea, und zwar den Schuppen-harnisch (loriea sgnaing-ta). Mit einer solchen istauf der Tafel „Entwickelung der Schutz- und Trutz-Waffen im Mittelalter" Figur 1 angethan, die einenKrieger etwa des nennten Jahrhunderts darstellt. Unterder Uoricn ward die Minien getragen, welche bis andas Knie reichte. Der Helm war aus Metallspangenzusammengesetzt, zwischen welchen Leder-, Horn- oderMetallplatten lagen; aber er war spitz, abweichendvon römischer Form (Fig. l). Ein solcher besondersschöner Spangenhclm (Fig. 2) fand sich früher in derKnrmainzer Sammlung. Die Spangen waren vonBronze und teilweise vergoldet, ebenso wie der reichornamentierte Stirnreif. Es gab aber auch Helmeganz von Metall — wie der des DvmschatzeS vonPrag (Fig. 3); er hat einen Nasenschntz ebenso wieFigur 3 a. Die Beine waren mit Hosen und StiefelnBeine durch breite Lederstreifen verstärkt, wofür wirdunklen Streifen an der Beinbekleidnng
auf demhäufig vorkommenden