312
Drittes Buch. I. Fürsten und Stünde.
Edelleute der zunehmende Wohlstand der Städte gegenüber ihrer eigenen fortschreitenden Vrr-armnng und der sichere Schutz, welchen die Bürger allen bedrückten Hörigen des Adels, die inihren Mauern Zuflucht suchten, gewährten.
I» allen diesen Wirren nahmen die Geistlichen eine vermittelnde Stellung ein; siesuchten den Ständehaß zu mildern und die Unterdrückung der Niederen zu hemmen; wenn siedabei fabelten, die drei Stände Klerus, Adel und Hörige stammten von Nvahs Söhnen Sem,Jafet und Eham ab, so arbeiteten sie damit häufig genug ihrem guten Bestreben selbst entgegen.Der Bürger vergaßen sie dabei, die zu gleicher Zeit gegen die Raubritter(S. 252) Wutliedersangen, und sie, wo sie konnten, dem Galgen und Rad überlieferten, gegen die Bauern abergrad' ebensoviel Hohn ausschütteten wie gegen die verhaßten Wegelagerer. Und dennoch ver-traten am Reichstage vier deutsche Städte, Köln, Konstanz, Regensburg und Salzburg, dienicht als vollberechtigt geltenden Bauern, und bei Volksfesten in Köln spielte der prächtiggeschmückte „kölnische" oder „kaiserliche Bauer", den ein verkleideter Bürger darstellte, eineHauptrolle. Das entartete Reich des fünfzehnten Jahrhunderts nahm im Kampfe der Ständestets für den Adel Partei; so auch die Reichsgesetze, - langatmige Verordnungen ohne jedeWirksamkeit.
Hofgerichtssiegel Kaiser Karls IV. Originalgröße.
Knicbild des Kaisers im Krönungsornat, die Bügelkrone aus dem Haupte, den Reichsapsel mit derLinken an die Hüste drückend, in der Rechten das nackte Schwert quer vor sich haltend. Nmschristi» zwei Kreisen: 1 MNll.NVm - IVVIVI8 . VVNI« . MVNOI.I . . vlVIkH .
keXVNXrD - CNNIis(Fortsetzung im inneren Kreise)'I'ONIti .8rntlnrnr L.vavL'rl nr mann . 7!>:ai8.
Berlin, Kiinigl. Geh. Staats-Archiv.