Band 
Erster Band.
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Das Leben der Bauern.

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Noch mehr aber als die Elemente und die wilden Tiere trugen die Fehden jener Zeitzum Verderben des Landvolkes bei; ganze Gegenden wurden durch sie oft derart ver-wüstet, daß eine große Menge von Dörfern für immer verschwand. Aber auch ohne Fehdengeschah dies, wenn weltliche und geistliche Herren ihre Güter vergrößern wollten und zu diesemZwecke Dörfer, welche ihrem Vorhaben hinderlich waren, „eingehen ließen". Es scheint indessen,daß dies meist nur dann geschah, wenn die Bevölkerung der Dörfer durch Flucht der Leib-eigenen in die Städte oder durch Auswanderung von Freien nach den in ehemals wendischenLändern aufblühenden östlichen Ansiedelungen stark abgenommen hatte. Die Zustände erschrecktendie Grnndherren aber dermaßen, daß sie weiterer Verödung ihrer Ländereien seit Mitte desvierzehnten Jahrhunderts durch vermehrte Freilassungen Leibeigener oder durch Milderung ihrerLasten vorzubeugen suchten.

Es ist höchst schwierig, über das Leben der Bauern in jener Zeit etwas Authentischeszu erzählen. Da sie selbst nicht zu schreiben verstanden, konnten sie auch keine eigenen Berichteüber sich hinterlassen; und das, was über sie geschrieben wurde, rührte von ihren Todfeinden,den Edelleuten und Städtern, her. Sie erscheinen uns in diesen gewiß Parteiischen Überlieferungenals roh, tölpelhaft, widerhaarig, falsch, boshaft, und sobald sie etwa Reichtum erlangen, alsverschwenderisch und hochmütig, beides in alberner, ungeschickter Weise. Damit wird die Wirk-lichkeit zum Teil gewiß nicht unrichtig gezeichnet sein, da sowohl der Druck, der auf denBauern lastete, wie auch die Lebensverhältnisse, in denen sie sich bewegten, es notwendig somit sich brachten. Es ist aber gewiß, daß es auch sehr wohlhabende Bauern gab, und daßdieser Umstand den Neid der herrschenden Stände herausforderte, zugleich aber die Furchterweckte, der niedergedrückte Stand möchte sich einst erheben und sich an seinen Drängernrächen, — eine Furcht, welche durch das Emporkommen der schweizer Bauern und das Gedeihender Zünfte in den Städten nicht wenig genährt wurde. Wir werden sehen, wie sehr dieseFurcht gerechtfertigt war.

Einstweilen äußerte sich jedoch der Übermut der Bauern, wenn sie den Fesseln der Armutentrissen waren, ohne derjenigen der Hörigkeit ledig zu werden, nur in lärmenden Vergnügungen.Sie waren es vorzugsweise, welche den Tanz Pflegten. Wir kennen aus jener Zeit ver-schiedene Arten desselben und Namen, die uns schon die höfischen Sänger Nithart von Renenthal

Bauern im 15. Jahrhundert.

Faksimile des Kupferstiches von, sogen. „Meister von 1480".

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