Band 
Erster Band.
Seite
350
JPEG-Download
 

350

Drittes Buch. III. Volksleben in Stadt und Land.

Bedeutung untergegangen war, wurdeFrankreich, welches in den Krenzzngendie leitende Macht gewesen, im Gebieteder Mode für ganz Mittel- und Westeuropadie Quelle aller Veränderungen, durchwelche vom vierzehnten Jahrhundert andie Tracht einen von der römischen, andie man sich früher angelehnt hatte, durch-aus abweichenden Charakter annahm.

So zwingend war damals die Mode,daß man sich ihr sogar dann fügte, alssie in der Kopfbedeckung Schleier undGebende von safrangelber Farbe aufbrachte,obschon diese die entehrende Bezeichnungder Juden und der öffentlichen Dirnenwar, daher auch die Prediger gegen sieeiferten. Frauen hatten stets den Schleier,ältere einen Hut. Fürstliche Personentrugen bei festlichen Gelegenheiten ihreKronen oder wenigstens schmale Goldreifen.

Me.vÄ..

M.

L

, 0-4

W(r.

Teutsche Edelleute des Jahrh.Faksimiles zweier Kupferstiche vom sogen.

„Meister von I48tt".

Über dem Rocke wurdebeim Ausgehen und Ausreitenein mit Kapuze versehenerMantel getragen, dessen Farbevon der des Rockes möglichstschreiend abwich, wie dennüberhaupt die grellen Farbendie beliebtesten waren. Dieder Länge, Breite oder Schrägenach, in verschiedenen Farbenund Mustern „geteilte Klei-dung" übertrieb diese Neigungnoch wesentlich. Unter demRocke weiße, gefältelte, oftgestickte Hemden zu tragen,war bei den höheren Ständenallgemein. Gegen die Winter-kälte schützte ein Pelz. VielÄrgernis erregte schon damalsdie Schleppe der Frauen,