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Erster Band.
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Tracht. Schmuck. Wohnung.

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welche Geistliche, Dichter und Zeichner, ernst und ironisch, gern mit dem Teufel in Verbindungbrachten. Ebenso anstößig waren manche Moden, die sich an den Hosen der Männer ent-wickelten, den langen Strümpfen der alten Zeit, welche oben die „Brnoch" (Unterhose)

bedeckten und unten von den Schuhen umkleidet wurden, an deren Stelle oft auch Stiefel oderHalbschuhe getragen wurden. Die Schnabelschuhe blieben lange Zeit Mode — eine Geschmack-losigkeit, welcher die Schellen oder Glöckchen an den Schuhspitzen, am Gürtel, an den

Säumen der Kleider und am Pferdezeug würdig zur Seite standen. Dagegen eignete sich,abgesehen von ihren Auswüchsen, die damalige, teils eng anliegende, teils faltenreiche

Kleidung ähnlich wie die des klassischen Altertums zur künstlerischen Darstellung.

Die Zeit liebte die Pracht. Mantrug viel Schmuck, und die Frauenschmückten sich oft in verschwenderischerWeise. Seidene Gürtel, mit erotischenInschriften bestickt, mit Edelsteinen ein-gelegt, mit silbernen und goldenenSpangen beschlagen, mit gemalten odergetriebenen Figuren besetzt, waren eineHauptzierde der Damen. Schnallen und„Senkel" (das durch die Schnalle ge-zogene Gürtelende) schloffen den Gürtel;von ihm herab hing ein zierlichesTäschchen, in dem Geld, Wohlgerücheund andere Kleinigkeiten Aufnahmefanden. Je nach dem Vermögen derBesitzerin waren diese Gürtel oft kost-bar und von großem Wert, der bisauf 1000, also etwa 40 00t» jetzigeMark stieg. Gewandnadeln (Broschen),

Halsketten, Ohr- und Fingerringe, Arm-bänder, angehängte Spiegel, Fächeru. s. w. vervollständigten den Schmuck.

An Schminken und allerlei Schönheits-mitteln fehlte es den Damen nicht.

Diese für das fünfzehnte Jahr-hundert charakteristische Tracht war na-türlich nur bei dem Adel und höherenBürgerstande durchweg gebräuchlich,wurde aber doch auch von reichenBauern in ungeschickter und lächerlichüberladener Weise angenommen. Sonst trug das „gemeine Volk fast überall grobes Tuch oderLeder, graue oder schwarze Filzhüte und grobe Bundschuhe". Obrigkeitliche Verordnungenschrieben den Bauern vor, „die Haare bis an die Ohren zu stutzen und nur graue und geringeKleider und Schuhe von Rindsleder zu tragen". Feinere Gewebe, Harnische wie denn Waffenüberhaupt waren ihnen verboten; „Messer in den Hosen" zutragen, ivar sogar bei Strafe desHandabhauens untersagt. Wie gleichzeitige Bilder zeigen, jedoch ohne viel Erfolg!

Was die Wohnung anbetrifft, so war die Bauernhütte aus Lehm und Holz gebautund mit Stroh gedeckt. Ihr ursprünglicher und vielfach einziger Raum, der Feuerplatz, wurdein den größeren Bauernhöfen, wie in den anwachsenden Häusern der Städte, dem römischenAtrium entsprechend, als Hausflur oder Diele der Mittelpunkt aller Räumlichkeiten oder Stuben,die sich um ihn gruppierten. Zuletzt trennte sich auch die Küche von jenem Hausmittelpnnkteab und wanderte in einen der Seitenräume. Die weite, stolze Hausflur schrumpfte immermehr zu einem bedeutungslosen „Gange" zusammen. Nur in den Handelshäusern der größeren

Bauern-Typen um 1500.

Kupferstich von Albrecht Dürer. Faksimile in Originalgröße.