376
Drittes Buch. IV. Kriegswesen und Rechtspflege.
i,
Faksimile cms der ältestenerhaltenen Handschrift derFragen des Königs Ruprechtüber die Femgerichte; voinJahre 1408.
Nürnberg, Germ. Nat.-Mus.Diese Fragen, durch welche derKönig das eigentliche Wesen derFemgerichte kennen lernen wollte,sind die ersten größeren Auf-zeichnungen über den Rechts-gebrauch der Feme. Die Hand-schrift stammt aus dein Besitzdes Minnesängers Oswald vonWollenstem, der ein „Wissender"war.
Umschreibung:
(Erste Seite der Handschrift):
Darauf folgt die Jahreszahl 1408.
Die letzten Zeilen der Hand-schrift, denn Faksimile auf Seite377 steht, lauten:
Lllain i>6^ (lein lobii vnä I'ol
Diese letzten Zeilen befinden sichauf der äußeren Seite des Um-schlages der Handschrift. Die-selbe war zusammengelegt, miteiner Schnur umbunden und ver-siegelt. Die Aufschrift: „DieZettel soll niemand lesen, nurein Freischöff allein" war mithinfür den Fall angebracht, daß derBesitzer starb und in seinem Nach-lasse ein Nichteiugeweihter dieHandschrift fand. Er sollte ge-warnt werden: er dürfe die ver-schnürte Handschrift nicht lesen„bei dem Leben".