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Erster Band.
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Verkehr auf der Landstraße.

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Unsicherheit des Lebens und Eigentums infolge des Treibens vornehmer und geringer Räuberschloß den Mut zur Abhilfe aus. Ohne kriegerisches „Geleite" war es, ausgenommen fürPilger und Bettler, unmöglich zu reisen, und selbst das Geleite schützte nicht immer; dazukam noch, daß die Herren, die für Gewährung desselben eine Abgabe bezogen, ein Interesse amschlechten Zustande der Straßen hatten. Gehörte ihnen doch überdies durch das dem Strand-recht ähnliche „Recht" der Grundruhr jeder von einem Schiff, Pferd oder Wagen auf dieStraße, in den Fluß oder an das Ufer Herabgefallene Gegenstand. Indes wurde ihnen dies oftvon Rechtswegen verwehrt oder entzogen. Es klingt wie Hohn, daß Kaiser Sigmund dieBußen für Zauberei, Kuppelei und Unzucht zur Verbesserung und zum Unterhalte der Straßenbestimmte, damit das sündige Geld zu etwas Gutem diene! Freilich klagte man über die„Mordwege", aber umsonst.

Ungeachtet dieser Übelstände waren die Straßen sehr belebt. Da zogen die Fähnleinder Ritter zum Geleite, zur Wegelagerung, zur Fehde oder zum Turnier; die Rotten der

Ein Bild von der Landstraße im 15. Jahrhundert.

Aus einem hebräischen Manuskripte von: 14. —15. Jahrhundert. Nürnberg, Germanisches National-Museum.

Ein Zug wandernder Leute,, unter dem Schutze bewaffneter Knechte, die Männer selbst mit Spieß und Schwert bewehrt. In einemLeiterwagen mit Korbgeflecht eine ganze Anzahl Frauen; andere Frauen und wohl auch Kinder hinter den Männern auf dem Pferde.Kleine Kinder werden in Körben auf dem Rücken und in Mulden auf dem Kopfe getragen; den Schluß bilden Maultiere mit Waren-

ballen beladen.

städtische» uud ritterlichen Knechte, oft mit Weib und Kind; die Scharen der Kreuzfahrer, diesingenden und betenden Pilger, Boten aller Art, Fronbauern mit Baumaterial für Burgen,Kirchen und Klöster, Karawanen der Kaufleute mit Geleite, Gaukler, Musikanten, Tierführer,Bettler und andere „fahrende Leute", hausierende Juden, Bettelmönche, Handwerksburschen,entlassene Landsknechte, der Schrecken der Straßen u. s. w.

Der Verkehr zu Wagen war des schlechten Zustandes der Straßen wegen selten; erstim 15. Jahrhundert wurden bedeckte Wagen häufig. Mit Ausnahme der Armen uud Pilgerwar für die meisten Reisenden das Reiten das hauptsächlichste Fortbewegungsmittel; die Satteluud das Pferdezeug waren oft mit dem größten Aufwand ausgestattet; geschnitztes Elfenbein,gestickte Zeuge, Gold, Silber und Edelsteine wurden daran verwendet, während das Gestell- des Sattels Wohl meist von Holz gefertigt war. Frauen reisten auf Maultieren und Pferden;