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Drittes Buch. V. Handel und Wandel.
Reisende zu Pferd.
Aus Ulrichs von Richental Chronik des Konzils zu Konstanz (1414—18): Bilderhandschrist um 1417 ausgeführt. Konstanz, Stadtbibliothek.Dargestellt ist die Flucht des HerzogS Friedrich von Österreich aus Konstanz, im Frühjahr 1416.
ältere oder schwache, wenn nicht zu Wagen, in Sänften. Das Reitzeug der von Damengerittenen Tiere wurde mit Schellen behängen. Es galt indessen für Damen nicht als anständig,allein, ohne den Schutz eines Ritters zu reisen. Den Reisenden standen die Fruchtbäume undihren Pferden die Wiesen und Äcker am Wege zur Erguickuug frei; doch durfte vou denFrüchten nichts mitgenommen werden.
Was man damals Postdienst nennen konnte, war durchaus Privatsache und wurde vonBoten zu Fuß und zu Pferde besorgt. Die Klöster gebrauchten zu Botschaften unter sichihre eigenen Laienbrüder, die Universitäten die Mitglieder besonderer diesem Zwecke dienenderBrüderschaften; den Städten verrichteten meist die Fleischer, den Rittern die Knappen und
Knechte Botendienste.
Der deutsche Orden in Preußen hatteseit dem vierzehnten Jahrhundert seineberittenen und uniformierten „Brief-jungen" (die ersten Postillone), welche denVerkehr zwischen den einzelnen Ordeus-häusern besorgten; zur Überbringung be-sonders wichtiger Aufträge verwendete erdie „Withingen" (freien Grundbesitzer).Auch Fürsten und Städte hielten seitjener Zeit besondere Boten, welche jedeArt von Postsachen beförderten. DieBoten galten als unverletzlich, auchwenn ihre Botschaft unangenehm war;am Bestimmungsorte erhielten sie Ge-schenke, oft bedeutende; der Botenlohnwar ihnen aber außerdem, und zwarnach gewissen Taxen, zugesichert. EinOrdensbote z. B. erhielt für die Reisevon Marienburg bis Rom, die Ver-köstigung inbegriffen, zehn Mark (etwa200 heutige Mark); ein Mönch aber,der in den Klöstern einkehren konnte,empfing für denselben Weg nur eineMark (etwa zwanzig heutige Mark);für eine Reise nach Österreich erhielt einBote einen Schilling für die Meile.In der Mitte des vierzehnten
Edeldame zu Pferd, begleitet von einem bewaffneten Knechte. Jahrhunderts war in den meistenFaksimile des Kupferstiches von Albrecht Dürer. Orgtl-