Preise der Lebensmittel, Waren und Arbeiten in den Städten. Arbeitslöhne. Zg5
Schillinge, höchstens bis sechs Mark Lohn. In Norddeutschland gehörten die Ziegelei zu denbestbezcchlten Arbeitern; im Jahre 1419, als tausend Mauersteine sieben Schillinge kosteten, erhieltein Ziegelei für das Brennen eines Ofens voll Steine fünf Mark vierzehn Schillinge; solcherÖfen konnten in einem Sommer acht gebrannt werden. Hundert Jahre früher, in der Zeitum 1308—24, durfte in Nordhausen kein Steinmetz, Dachdecker und Zimmermeister außerMorgenbrot und Trunk mehr als zwölf, die Gesellen zehn, die Taglöhner fünf Pfennige erhalten.Ein Schneidergeselle verdienteim vierzehnten Jahrhunderteinen Groschen Wochenlohn.
Kunstvollere Schlosserarbeitenwaren noch im 16. Jahr-hundert teuer; zwischen 1507und 1517 kostete in Nürnbergein Truhenschloß mit Schlüsselsechs bis acht Gulden.
Im 15. Jahrhundertwurde an Festtag»: den Arbei-tern ein Mahl gespendet; dasKloster Preetz in Holstein tischteihnen bei solcher Gelegen-heit feines Weißbrot, Rinder-nnd Lammsbraten mit Peter-silienwurzeln und Rüben, aus-gesuchte Fische und gutes Bierauf. Dabei wurden auch Kuh-,
Schaf- und Schweinehirten,
Knechte und Mägde neben denfremden Arbeitern bedacht.
Vergleichungen zwischenden in verschiedenen Städtenum annähernd dieselbe Zeit gel-tenden Preisen setzen oft durchihre großen Abstände in Er-staunen. Sowohl die Preise derWaren, als auch der Geldwert,die Münzwährnngen, wie sogardie einzelnen Münzen, warenan jedem Orte anders undwechselten auch im Laufe derZeit häufig, infolge willkür-licher Verschlechterung durchdie Behörden, und nicht nurdurch diese allein. Denn sogarPrivate hatten das Münzrechterworben, wie es die kleinsten Städte, Herrschaften und Klöster besaßen, besonders seitdem das-selbe (im 15. Jahrhundert) von den Fürsten in ihrer Geldverlegenheit häufig verkauft oderverpfändet wurde. Viele dieser Bevorrechteten machten sich durch die schlechteren Münzen, diesie in den Verkehr brachten, verhaßt. Demnach war der Münzwert in einem so starken und fort-währenden Schwanken begriffen, daß wir uns heute davon keinen Begriff mehr machen können.
„In Braunschweig," erzählt der Chronist Hermann Bothen, „schlug der Rat alle Jahrecineu guten silbernen Pfennig, und zwölf Pfennige waren ein Schilling, dreißig Schillinge eineMark. Dieser Pfennig hieß ein Jahr lang ein neuer Pfennig und ward auch voll gegeben
Wild- und Geflügelmarkt zu Konstanz.
Aus den Darstellungen in Ulrichs von Richental Chronik des Konzils zu Konstanz;um 1417 ausgeführte Bilderhandschrift. Konstanz, Stadtbibliothek.