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Drittes Buch. V. Handel und Wandel.
und genommen. Hernach aber kam abermals ein neuer Pfennig auf, so hieß dann jener einalter Pfennig und galt hinfort nur drei Vierlinge rc., wodurch die Wucherer reicher und dieArmen ärmer wurden. Und nicht etwa Juden waren diese Wucherer, nein, es widmeten sichBürger und selbst Bauern dem saubern Geschäft, und immer mehr, und überschwemmten dasLand mit schlechtem Gelde. Der Rat experimentierte fortwährend, diesem Übel abzuhelfen,aber alles war umsonst." Dasselbe geschah auch anderswo, ja allgemein. Es kam indessenvor, daß Fürsten und StädteVerträge schloffen, die gegen-seitigen Münzen in ihrenGebieten gelten zu lassen, wassonst nicht der Fall war. Beidieser Unsicherheit der Münz-verhältnisse mußte man imHandel und Wandel das Geldwägen, daher der Ausdruck„Pfund" (ein „Pfund Pfen-nige", ein „Pfund Heller"), füreinen an Wert sehr ungleichenMünzbetrag in Aufnahme kam.
Kaiser Karl IV. bestimmte imJahre 1356, daß ein PfundHeller (240 Stück) einemungarischen Gulden (9 heutigeMark) gleich sein solle. Alsaber das Pfund immer schwan-kender wurde, rechnete mannach Mark und im Kleinver-kehr nach Groschen, die mannach Schock zählte. Aber auchdie Einheitlichkeit des Wertesder Mark ging bald verloren;es gab eine rauhe, mittlere,feine, bremische, kölnischeMark rc. Am Ende des Mittel-alters suchte man in dem ausFlorenz stammenden Guldeneine neue Einheit, die aberebenfalls im Werte erheblichschwankte.
Unter den Handelsartikelnwaren im Mittelalter dieFische von großer Bedeutung;nicht allein der Fasten wegen, sondern auch aus eigentlicher Liebhaberei, die sich von den Römernauf die nördlichen Völker übertragen hatte. Damals wurden oft terrassenweise übereinander,zahllose Fischteiche, die jetzt längst zu Wiesen oder Ackern umgewandelt sind, angelegt und, wieauch die Wassergräben der Burgen und Städte, aus dem Fischfänge in Flüssen und Seen be-völkert. Die Cistcrcienser, denen anderes Fleisch verboten war, pflegten diese Teiche ganzbesonders und besetzten sie namentlich mit Karpfen, welche sie sich senden ließen. Ein solcher galteinen Groschen vier Pfennige und einen Heller, besonders schöne drei und mehr Groschen,ein Schock bis zu drei Gulden zwölf Groschen: soviel wie eine Kuh! Im Jahre 1456 konnteman aus dem Ertrage des Postsees (südöstlich von Kiel) 102 fette Kühe kaufen. Im vierzehntenJahrhundert war von Michaelis bis Walpnrgis Schonzeit, im fünfzehnten besonders im Frühjahr.
Fischmarkt, auf dem auch Schueckeu und Frösche zum BerkaufeAus den Darstellungen in Ulrichs von Richental Chronik des Konzils zu Konstanz