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Erster Band.
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Münzverhältnisse. Fischhandel.* 397

Auch gab es Hegcseen, d. h. Gewässer, in denen der Fischfang verboten und nur mit Be-willigung der Herrschaft gestattet war. Für Wohnplätze, welche weit vom Wasser entferntlagen, wurden päpstliche Fastcndispcnse erteilt.

Der deutsche Orden unterhielt in Thorn ein blühendes Geschäft, welches weithin Fischeversandte, dessen Vorstand aber unehrliche Geschäfte mit fauler Ware machte. Sehr häufigdörrte und räucherte man auch die Süßwasserfische. Lübeck hatte einen Ruf als Netzmarktund erzeugte viele Arten Netze, wie auch Angeln und Leinen. Aalkörbe dagegen fertigten die

Fischer selbst aus Weiden.

Noch bedeutender aber warder Handel mit Seefischen.An der Ostsee lebten Tausendevom Fange des Dorsches, derein beliebtes Nahrungsmittelwar und schiffsladungsweiseversandt wurde; um das Jahr1400 kostete die Last zu zwölfTonnen sieben bis neun Mark(364 bis 468 Mark heutigenGeldes). Auf der Nordsee be-schäftigte der Dorsch den Han-del mit Norwegen, Englandund Schottland, und der Stock-fisch ging in ganzen Frachtenbis Spanien und Italien.Alan verkaufte ihn nach „Zent-nern," nicht zu t«>0 Pfund,sondern zu 100 Stück, inKiepen, d. h. Deckelkörben, die -sechs bis acht Mark kosteten.Waren für Süßwasserfische dieStädte mehr Abnehmer, svwaren sie für den Seefischfangmehr Händler. In höheremMaße noch als durch dieBändigung der Vitalienbrüder(S. 329) wirkte die Hansakultnrbcfördernd, indem sie dieKüstenbewohner der Nord- undOstsee aus Strand- und See-räubern zu friedlichen Schiffernund Fischern umwandelte. Unddies erreichte sie vorzüglichdurch den Fang des Herings, zu dem sie besonders in Kiel und Lübeck jene Leute heranzog,welche dadurch freiwillig Hintersassen dieser Städte wurden. Die Seestädte, auch die kleinsten,hatten Fischcrzünfte mit Fischermcistern an der Spitze und mit eigener Gerichtsbarkeit über kleineVergehen. Die Frauen besorgten den Verkauf und hatten Zutritt zu den Morgensprachcn(Versammlungen), die, wie auch Hochzeiten und Taufen, mit fröhlichen Gelagen verbunden waren.

Wo sich der Handel so großartig entwickelte, durfte auch das Handwerk nicht zurück-bleiben. Je mehr die Städte aufblühten, desto mehr kam, um beim Notwendigsten, dem Brotanzufangen, das Bäckergewerbe empor, wogegen das Backen für den eigenen Bedarf im Hauseabnahm. Im Jahre 1387 gab es in Frankfurt a. M. bereits 99 Bäcker. Im fünfzehnten Jahr-hundert zog man in Italien und selbst in Rom das deutsche Brot jedem andern vor, sodass sich in

stehen, in Konstanz am Bodensee; Ansang des 15. Jahrh.

(1414—18); um 1417 ausgeführte Bilderhandschrift. Konstanz, Stadtbibliothek.

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