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Erster Band.
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Drittes Buch. VII. Die Schulen und der Humanismus.

Von ihnen, Poggio, entwendete in Deutschland Bücher und schilderte mit großer Lüsternheit dieBäder zu Baden (S. 390). Die Bekanntschaft mit diesen italienischen Gelehrten, sowie der Rufvon dem im Süden erwachten philologischen Eifer führte hinwieder die lernbegierigen Deutschenden umgekehrten Weg, und im Lande der Priesterherrschaft fanden sie dann die beste Gelegen-heit, die tiefe Entartung derselben zu beobachten. Diese Richtung, ein Zug der Zeit, dem

kein Gelehrter widerstand, gereichte der deutschen Muttersprache zu großem Schaden. Werschrieb, schrieb nur noch in der Sprache Roms, und die guten deutschen Namen wurden, oftrecht ungeschickt, ins Griechische oder Lateinische übersetzt und vererbten sich in dieser fremd-artigen Form bis auf dieGegenwart. Auch war beieiniger Gewandtheit in derlateinischen Sprache der Rufphilologischer Gelehrsamkeitnicht schwierig zu erlangen.Die Briefe der in diesemAnsehen stehenden Männerwaren sehr begehrt, die Ge-lehrten rissen sich um sie undsuchten sie sogar den Boten(S. 381) abzufangen, welchemit Abschriften der ihnen an-vertrauten Briefe oft ein Ge-schäft machten.

Die älteren Humanisten,zu Anfang und bis über dieMitte des fünfzehnten Jahr-hunderts , huldigten nebenihren klassischen Studien demReformgedanken teils im stillen,teils offen, und in mannig-fachster Verqnickung mit demFesthalten am Alten. DerZüricher Chorherr FelixHem merlin (Malleolus),der ein Verehrer des Adelsund als solcher heftiger Feindder Schweizer war und auchblieb, nachdem seine zu Öster-reich stehende Vaterstadt mitden Schweizern Frieden ge-schlossen, schwang eine un-erbittliche Geißel über dasKonzilien seiner Zeit hätten nurallen möglichen

Szene aus dem Konzil zu Konstanz, 1414—18; Prüfung der Speisen im Conelave.Aus 'den Darstellungen in Ulrichs non Richental Chronik; Bilderhandschrist um i417.Konstanz. Stadtbibliothek. (Vgl. S. 3VS ss. u. MS fs.)

sittenlose Leben der Geistlichen; er behauptete, die beideneine Maus geboren. Damit hielt er aber den eifrigsten Reliquiendienst,

Aberglauben und das heftigste Eifern gegen die „Ketzer" für durchaus vereinbar; seine Streit-lust zog ihm einen Mordanfall und Gefangenschaft zu. Gregor von Heimburg bekämpftedie Übergriffe der Kirche auf weltliches Gebiet, erlag ihr aber zuletzt, nachdem ihn seinlitterarischer Gegner Enea Silvio Piccolomini (Papst Pius II.) gebannt hatte. Nikolaus vonCues (Cusa), Bischof von Brixen, suchte eine vermittelnde Stellung einzunehmen und dieGedanken der Reform mit denen des Friedens zu vereinigen, während Johannes Ruch rathaus Oberwesel das Papsttum Menschenwerk, Fasten, Ablaß, Wallfahrten unnütze Dinge, dieBeichte, Firmung und letzte Ölung unwesentlich nannte, wofür er (1481) im Kerker starb.