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Erster Band.
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446
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446 Drittes Buch. VIH. Schrifttum und Kunst am Ende des Mittelalters.

Altertums und der Neuzeit, den dramatischen Charakter ausmacht, ist diesen Schaustellungendes Mittelalters durchaus fremd. Sie unterscheiden sich weder in Form noch Inhalt vonerzählenden Gedichten, die im wesentlichen aus Gesprächen bestehen. Auch die subtile fran-zösische Einteilung der mittelalterlichen Dramen in Mysterien, Moralitäten, Farcen und Sottienwurde in Deutschland nicht oder nur wenig beachtet.

Diese Spiele nahmen einen interessanten Entwickelungsgang und erweiterten sich immer

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Darstellung aus einem kirchlichen Volksspiele vom Anfange des 16. Jahrhunderts: Verspottung Christi.

In Stein gehauene Gruppe vor dem Tome zu Xanten. Figuren in Lebensgröße. Die Figuren rechts und links im Vordergründe

sollen Luther und Calvin darstellen.

mehr; ihre Aufführung dauerte oft mehrere Tage. Wie aus der Kirche auf den Kirchhof, sotraten sie von diesem auf den Marktplatz hinaus. Derselbe wurde zu dem Zwecke in bestimmteAbschnitte eingeteilt: für den Himmel, die Holle, das Paradies, die heiligen Berge Sinai undGolgatha, den Garten Gethsemane, das Lokal des Abendmahls. Oft auch waren diese -Ortein verschiedenen Stockwerken eines Gcrüstcs angeordnet. Von Scenenverändcrung, Auf- undAbtreten der Personen wußte man nichts; alle Darsteller verweilten auf der Bühne, die währenddes ganzen Spieles unverändert blieb; doch hatte sie ihre oft prächtigen Dekorationen, Ber-