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Erster Band.
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Drittes Buch. VIII. Schrifttum und Kunst am Ende des Mittelalters.

bedeuten. Eine schwäbische Malerschule bildete sich in Ulm und Augsburg. Hans Schüchlinaus Ulm (7 1505) feierte auf dem Hochaltar in Tiefenbronn das Leben der Gottesmutter inGemälden, welche auf die Zeitgenossen des Meisters großen Eindruck machten. Sein SchülerBartholomäus Zeitblom (f um 1517) war „einer der indioiduellsten und vornehmsten Künstler-charaktere" jener Epoche. Einflußreicher und regsamer noch waren die Maler Augsburgs, welchedurch die Fugger, Welser und andere Patrizierfamilien, die Italiens Kunst kannten, begünstigt

wurden. HansHolbein derÄltere (um 1460bis 1524) wardenn auch dererstcdeutsche Maler,der sich den Kunst-genossen des Sü-dens anlehnte;er besaß wenigerTiefe der Em-pfindung , alsscharfe undschnelle Beobach-tung. DurchFriedrich H er l! nerrang auchNördlingen denRuf eines Mittel-punktes schwäbi-scher Malerei.

Den Ruhm vonNürnbergsSchule begrün-dete MichaelWohlgemut(1434—1519);er schritt überdie Altarmalereihinaus, schmücktedas Huldigungs-zimmer im Rat-haus zu Goslarmit Wandgemäl-den, in denenneben Scenenaus dem NeuenTestament auchwürdevolle Kai-sergestalten und Sibyllen dargestellt sind; auch ist er wohl der erste deutsche Bildnisnialer.Weniger hervorragend sind die Schulen von München, Regensbnrg, Salzburg und Wien;dagegen erzeugte Tirol in Michael Pacher einen der bedeutenderen Maler der Zeit.

Zur freien Kunst hatte es die deutsche Malerei in dieser Periode noch nicht gebracht;sie war noch zu derb und roh trotz aller Gemütstiefe und Seelcnwärme. Auch die Glas-malerei, so sehr die gotische Baukunst, welche ihr größere Flächen gewährte, sie forderte,und so sehr sie namentlich in den Schweizer und den Nürnberger Arbeiten ihren Farbcn-

Faksimile der dritten und vierten Seite der ersten, nur 1450 ciedrnckten